Stationsbericht

VRR: Gravierende Mängel an Bahnhöfen zwischen Rhein und Ruhr

Kritik gab es besonders für die Zustände an S-Bahn-Stationen, wie hier in Hagen-Vorhalle. Die meisten Bahnhöfe mit Mängeln befinden sich laut Stationsbericht des VRR in Düsseldorf.

Kritik gab es besonders für die Zustände an S-Bahn-Stationen, wie hier in Hagen-Vorhalle. Die meisten Bahnhöfe mit Mängeln befinden sich laut Stationsbericht des VRR in Düsseldorf.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.  61 von 296 Stationen zwischen Rhein und Ruhr bewertet der VRR als „nicht akzeptabel“. Ein Problem ist oft entscheidend für die Kritik

Die Zahl der mangelhaften Bahnhöfe im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) hat sich deutlich erhöht. Zu dem Ergebnis kommt der aktuelle Stationsbericht, den der Verkehrsverbund gestern vorgestellt hat. Demnach wiesen im vergangenen Jahr insgesamt 61 von 296 Stationen zwischen Hagen und Kleve erhebliche Mängel auf – darunter auch die Haltepunkte Hagen-Vorhalle, Ennepetal und Schwelm-West. Nur 125 Bahnhöfe im Verbundraum seien in „akzeptablen“ Zustand. Die meisten mangelhaften Bahnhöfe befinden sich in Düsseldorf.

Seit 2016 bewerten sogenannte „Profitester“ des VRR viermal im Jahr den Zustand aller Bahnhöfe und Haltepunkte innerhalb des Verkehrsverbundes. Die Kriterien: Sauberkeit, Funktion und Graffiti an den Bahnsteigen und Zugangsbereichen. Die Ergebnisse der Untersuchung werden einmal jährlich im Stationsbericht veröffentlicht. „Leider sind es immer wieder S-Bahn-Stationen, die besonders schlecht abschneiden“, sagt Ronald Lünser, Vorstandssprecher des VRR.

Adressat der Kritik sind die Betreiber der Bahnhöfe und Haltepunkte, vornehmlich die Station&Service AG der Deutschen Bahn. Zwischen Betreiber und VRR gebe es keine direkten Verträge. „Die Unternehmen selbst sind verpflichtet, sich ihrer Verantwortung zu stellen.“

Übermäßige Graffiti

Entscheidend für die schlechten Bewertungen sind immer wieder Graffitischäden. Laut Stationsbericht tragen die Schmiererein erheblich dazu bei, dass Fahrgäste einen negativen Eindruck von einer Station gewinnen. Nahezu alle Haltepunkte in Hagen und dem Ennepe-Ruhr-Kreis sind mit Graffitis beschmiert – und eine Besserung ist nicht in Sicht: So lief Anfang des Jahres die „Graffiti-Offensive“ aus. Ein Förderprogramm des Landes NRW, womit die Beseitigung von Schmierereien seit 2011 finanziell unterstützt wurde.

Vergleichsweise wenig zu bemängeln hatten die „Profitester“ des VRR dagegen im Hinblick auf die Sauberkeit an den Haltepunkten. Auch die Hauptbahnhöfe etwa in Hagen und Essen schneiden unterm Strich gut ab.

Im Stationsbericht werden regelmäßig auch die Ergebnisse von Fahrgast-Befragungen des VRR veröffentlicht. Demnach beurteilten die Kunden im Jahr 2018 den Zustand an Bahnhöfen mit einer Durchschnittsnote von 2,80 und damit 0,16 Notenpunkte schlechter als im Vorjahr. Auch finden sich viele Kunden im Störfall nicht gut informiert.

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