Iserlohn Roosters

Warum der Fall Costello für die Roosters so heikel ist

Richten ihre nachdenklichen Blicke aufs Eis: Iserlohns Manager Karsten Mende (li.) und Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen beraten, was aus Neuzugang Chad Costello werden soll.

Richten ihre nachdenklichen Blicke aufs Eis: Iserlohns Manager Karsten Mende (li.) und Roosters-Cheftrainer Jari Pasanen beraten, was aus Neuzugang Chad Costello werden soll.

Foto: Blesken

Iserlohn.   Wie geht es mit US-Crack Chad Costello bei den Iserlohn Roosters weiter? Der Spieler hat nur einen Probevertrag – und einen ärgerlichen Infekt.

Ein Samstagvormittag. Obwohl es die sprichwörtlichen Bindfäden regnet, pilgern rund 1000 Fans der Iserlohn Roosters in die Eishalle am Seilersee. „Die Menschen sind heiß auf Hockey“, sagt Roosters-Manager Karsten Mende und schaut trotzdem nicht ganz zufrieden auf die Tribünen. Denn: „Wenn es nicht so regnen würde, wären noch mehr gekommen“, ergänzt Mende.

Die, die da sind, sorgen allerdings für eine Atmosphäre, welche besonders die Zugänge der Roosters beeindruckt. „Unfassbar“, „phänomenal“, schwärmen die Nordamerikaner, die nie zuvor am Seilersee waren und zum ersten Mal den Enthusiasmus der Roosters-Fans im Sauerland erleben. Einer aus dieser Fraktion fehlt jedoch: Chad Costello.

Das größte Sorgenkind

Ausgerechnet Chad Costello. Nach den ersten eineinhalb Wochen der Vorbereitung auf die neue Saison in der Deutschen Eishockey Liga ist der 31-Jährige das größte Sorgenkind der Iserlohn Roosters.

Während Marko Friedrich und Christopher Fischer ihre Verletzungen, die sie zum Ende der vergangenen Spielzeit erlitten hatten, auskuriert haben und im Eistraining Vollgas geben können – abgesehen von einem Pucktreffer, der Fischers Knie malträtierte – konnte Costello nicht mehr als die Rolle eines Zuschauers einnehmen. Wenn überhaupt. „Das ist echt ärgerlich“, sagt Karsten Mende, „der Junge hat einen Try-out-Vertrag und hat die erste Woche auf Grund eines dummen Infekts verpasst.“

Zwei Wochen sind nun zu wenig Zeit

Die Art und Weise des Vertrags ist es, die Costellos krankheitsbedingter Sportpause eine sehr menschliche Komponente fern der Eisfläche gibt. Obwohl er jahrelang Top-Leistungen in der amerikanischen Liga lieferte, entschied sich Costello erst jetzt für einen Wechsel nach Europa. Vorher wollte er seiner Frau und den zwei kleinen Kindern die Strapazen der Umstellung nicht zumuten. Nun sei die Zeit reif, sagte Costello vor wenigen Wochen in einem Interview.

Jahrelang spielte er ohne Verletzungen – in Iserlohn angekommen, setzte ihn von jetzt auf gleich ein Infekt außer Gefecht, dessen Ursache wohl in einem eingerissenen Zehennagel lag. Zwei Wochen – so lange ist sein Probevertrag mit den Roosters datiert. In dieser Zeit wollte Costello Manager Mende und Trainer Jari Pasanen von seinen Qualitäten überzeugen, um in Zukunft gemeinsam mit seinen Kumpel Travis Turnbull und Jack Combs für die Sauerländer die DEL zu rocken.

Die erste der zwei Wochen ist längst vorbei. Statt auf dem Eis zu glänzen, saß Costello im Krankenhaus oder zu Hause und zermarterte sich den Kopf über seine Zukunft und die seiner mitgereisten Familie. Wie es weitergeht?

Keine ungerechte Entscheidung

„Das werden wir gewissenhaft überlegen“, erklärt Karsten Mende. Am Montag absolvierte Costello Krafttraining, die ersehnte erste Eiseinheit stand am Dienstag auf dem Plan. „Vielleicht verlängern wir den Probevertrag noch einmal“, erzählt Mende, „oder wir entscheiden so.“

Eins ist dem Manager wichtig: Das Familiäre werde bei den Roosters generell groß geschrieben, „und deshalb werden wir auch bei Chad Costello keine ungerechte Entscheidung treffen“.

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