Interview

Was bieten Trödelmärkte im Vergleich zum Online-Handel?

Auf einem Trödelmarkt „kann man die Waren sehen, fühlen, riechen“, sagt Gurdeep Singh.

Auf einem Trödelmarkt „kann man die Waren sehen, fühlen, riechen“, sagt Gurdeep Singh.

Foto: Svenja Hanusch/Funke Foto Services

Siegen.   Marktveranstalter Gurdeep Singh aus Siegen erklärt im Interview, was Trödelmärkte den Online-Marktplätzen im Internet voraushaben.

Gurdeep Singh ist Inhaber von GS-Märkte in Siegen und veranstaltet regelmäßig große Trödelmärkte. Aber auch im Internet gibt es zahlreiche Anbieter für Neuwaren und Gebrauchtes. Im Interview erklärt Singh, warum der analoge Trödelmarkt noch immer funktioniert.

1. Ebay-Kleinanzeigen, Kleiderkreisel und Co – es gibt zahlreiche Alternativen im Internet. Wie kann der klassische Trödelmarkt da mithalten?

„Tatsache ist, dass in unserer heutigen Zeit Konsum gleichzeitig Freizeitgestaltung beinhaltet. Die Atmosphäre auf einem Trödelmarkt gibt es eben nur dort. Hier kann man die Waren sehen, fühlen, riechen. Der Konsument kann – wenn es sein muss - stundenlang über den Markt schlendern und findet neben dem erwarteten Angebot auch garantiert völlig Unerwartetes, möglicherweise auch Produkte, die seine Hobbys bedienen. Mit den Händlern kann man reden, mit manchen sogar fachsimpeln, und Bekannte trifft man allemal. Einkaufen soll Erlebnis sein. Das anonyme Netz wird das nie bieten.“

2. Was macht denn eine gute Verhandlungsstrategie aus?

„Um ernsthaft zu verhandeln, ist ein vernünftiges Produkt erforderlich und eine auf beiden Seiten vorhandene Verhandlungskultur. Der Privatmann wird diese nicht so einfach mitbringen. Er will für seine Sache einen Preis, den er sich zunächst vorstellt. Die Realität schleift oft seine Preisvorstellungen ab.“

3. Wie steigere ich die Attraktivität meiner Waren?

„Die meisten Privatanbieter geben sich bei der Herrichtung ihres Standes durchaus Mühe, sorgen dafür, dass der Stand insgesamt einen optisch schönen Eindruck hinterlässt und präsentieren ihr Angebot in gefälliger Form. Genau das sollte man auch tun, wenn man die Besucher veranlassen will, sich näher mit dem Angebot zu beschäftigen. Ein hübsch aufgemachter Stand weckt sicherlich mehr Interesse als eine lieblose Darbietung der Ware. Hat man zum Beispiel mehrere Kleidungsstücke zum Verkauf, wäre es für die Kunden hilfreich, wenn diese nach Größen geordnet sind.“

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