Psychologie

Was Frauen in Führungspositionen wissen müssen

Freudenberg.   Juliane Dreisbach ist Beratungspsychologin mit eigenem Coachingbüro in Freudenberg und coacht seit vielen Jahren Frauen in Führungspositionen.

Juliane Dreisbach ist Beratungspsychologin mit eigenem Coachingbüro in Freudenberg und coacht seit vielen Jahren auch Frauen in Führungspositionen. Zuvor war sie zwölf Jahre lang für Marketing und Personal in internationalen Unternehmen zuständig. Sie hat die wichtigsten Punkte, die Frauen beachten sollten, wenn sie im Beruf Erfolg haben wollen, zusammengestellt.

1. Für beide Geschlechter gilt: Führen heißt, sich selbst führen zu können, sich innerlich wie äußerlich stärken und schützen können und die eigene Persönlichkeitsstruktur kennen.

2. Führen ist auch erlernbares Fachwissen, learning by doing. Frauen zögern oft zu lange, wenn ihnen ein guter Job angeboten wird und zweifeln an sich selbst.

3. Klare Entscheidungen zügig treffen zu können, ist wichtig. Männer entscheiden häufig schneller, Frauen sind oft vorsichtiger, abtastender.

4. Führung heißt, den Kopf nach oben heraus strecken. Da gibt es auch mal einen drüber. Das muss man aushalten lernen.

5. Die eigenen Ziele klar machen: Eine Frau, die auf Familie sozialisiert ist, hat sich häufig mit Schuldgefühlen auseinanderzusetzen: „Tue ich genug, bin ich zu Hause präsent genug“, wenn sie für sich nicht Fragen beantwortet hat wie: Wie möchte ich als Frau leben? Nehme ich mich selbst in meiner Rolle an, dass ich anders lebe als Frauen, die nicht in beruflicher Verantwortung stehen? Bin ich bereit, das Ideal der Super-Familienfrau der Realität anzupassen? Will ich Karriere mit allen Hochs und Tiefs?

6. Die Sprache: Frauen benutzen häufig Weichmacher wie „vielleicht“, reden von „könnten“ statt „müssen“. Entscheidungsorientiert und klar in der Sache ist häufig angebrachter. In der Körpersprache gilt: sich nicht wegducken und klein machen. Aber auch: authentisch auftreten. Posing wird durchschaut.

8. Frauen fällt es häufig schwerer, Nein zu sagen. Grenzen zu ziehen und emotionale Distanz zum Job aufzubauen, muss dann gelernt werden. Persönliche Nähe ist nicht immer angesagt, freundliche Distanz zur Person, zur Sache bringen das erwünschte Ergebnis häufig zügiger – und darum geht es grundsätzlich in Leitungspositionen.

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