Corona

Wegen Corona: Keine „blauen Briefe“ für Schüler in NRW

Mögliche Verschlechterungen nach dem Halbjahreszeugnis sind entscheidend. Daher wird es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen keine blauen Briefe geben.

Mögliche Verschlechterungen nach dem Halbjahreszeugnis sind entscheidend. Daher wird es in diesem Jahr in Nordrhein-Westfalen keine blauen Briefe geben.

Foto: Sebastian Gollnow / dpa

Hagen/Düsseldorf.  Auch das ist eine Folge von Corona: In diesem Jahr wird es keine „blauen Briefe“ für Schüler geben. Und es gibt noch mehr Änderungen.

Sie heißen offiziell „Benachrichtigungen gemäß § 50 Absatz 4 Schulgesetz NRW“. Bekannt sind sie aber unter dem Namen „Blaue Briefe“ – und als solche sind sie das Schreckgespenst für viele Schülerinnen und Schüler. Denn sie machen deutlich: Die Versetzung ist gefährdet. Doch in diesem Jahr wird es keine „Blauen Briefe“ in Nordrhein-Westfalen geben. Das hat das NRW-Schulministerium auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt.

Der Grund ist auch hier das Coronavirus. Denn wegen der Pandemie sind die Schulen derzeit geschlossen – zumindest noch bis Ende der Osterferien. Die den „Blauen Briefen“ zugrundeliegenden Konferenzbeschlüsse könnte daher nicht gefasst werden, so ein Ministeriumssprecher. Ein „Blauer Brief“ setzt voraus, dass sich die Leistungen in einem Fach seit dem Halbjahreszeugnis verschlechtert hätten.

„Sitzenbleiben“ ist trotzdem auch in diesem Jahr möglich

Um dies festzustellen, sei ein ausreichender Zeitraum erforderlich. „Daran fehlt es wegen des derzeit ruhenden Schulbetriebs“, hieß es aus dem Ministerium. Schlechtere Leistungen, die nicht mit dem Blauen Brief abgemahnt worden seien, dürften aber bei einer Versetzungsentscheidung nicht berücksichtigt werden. „Diese Regelung gilt aber für höchstens ein Fach, in dem sich die Leistungen nach dem Halbjahreszeugnis verschlechtert haben“, so der Sprecher.

Das Ganze bedeutet aber nicht, dass „Sitzenbleiben“ in diesem Jahr überhaupt nicht möglich ist. Denn wer schon im Halbjahreszeugnis schlechte Noten hatte, die die Versetzung gefährden, der läuft auch in Corona-Zeiten Gefahr, dass er die Klasse wiederholen muss.

Doch nicht nur in Sachen „Blaue Briefe“ gibt es Neuigkeiten: Das NRW-Schulministerium hat auch entschieden, dass es in diesem Schuljahr keine Wanderungen und Fahrten, Schullandheimaufenthalte, Studienfahrten und Schüleraustausche mehr geben wird. Ebenso sind Besuche von Museen, Theatern oder Sportveranstaltungen nicht mehr möglich.

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