Drogen an Schulen

Wenn der Nachwuchs eine Mauer um sich herum baut

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann dreht sich am 30.11.2006 in Würzburg (Bayern) einen Joint mit Marihuana. (zu dpa «Jugend auf Droge? - Immer mehr Rauschgift-Kriminalität an Schulen» vom 23.01.2017) Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

ARCHIV - ILLUSTRATION - Ein Mann dreht sich am 30.11.2006 in Würzburg (Bayern) einen Joint mit Marihuana. (zu dpa «Jugend auf Droge? - Immer mehr Rauschgift-Kriminalität an Schulen» vom 23.01.2017) Foto: Daniel Karmann/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Daniel Karmann

Arnsberg.   Ein Elternteil spricht über die Auswirkungen der Drogenabhängigkeit des Kindes auf die Familie.

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Aufzeichnung eines Gesprächs mit einem Elternteil, der anonym bleiben will:

Irgendwann lässt sich die Drogenabhängigkeit nicht mehr verbergen. Die Symptome sind schleichend. Die Schule wird häufiger ­geschwänzt, der Freundeskreis ändert sich, das Sparbuch wird geräumt.

Die Eltern ahnen etwas, wollen es aber nicht wahrhaben. Nicht in ihrer Familie, nicht ihr Kind. Am Ende die Gewissheit: Ja, der Nachwuchs nimmt Drogen: Cannabisprodukte, Ecstasy, Amphetamine. Und sie erreichen ihn nicht mehr.

Schulnoten werden schlecht

Er hat eine Mauer um sich gebaut, zieht sich zurück, fällt in der Schule mit seinen Leistungen deutlich ab und lügt ohne Ende. Er ist ein anderer Mensch geworden.

Die Familie ist verzweifelt, sucht Beratungsstellen auf. Mit den Antworten kann sie wenig anfangen. Zu pauschal, zu weit weg von der Wirklichkeit, wenig hilfreich. Und im Umfeld ihres Kindes laufen sie vor eine Wand. Es sind keine Informationen zu bekommen. Mitschüler aber wissen alle vom Konsum der Drogen. Das stellt sich später heraus.

Ein Schweigegelübde

Doch niemand redet. So, als gebe es ein Schweigegelübde. Die Eltern suchen die Schuld für die Drogenabhängigkeit bei sich.

Was haben sie falsch gemacht? Was haben sie übersehen? Wie konnte es so weit kommen? Hilflosigkeit macht sich breit.

Erst nach geraumer Zeit sind sie bereit, die Drogenabhängigkeit ihres Kindes zu akzeptieren. Nur auf diesem Weg gelingt es ihnen, damit besser umzugehen. Das hilft, gemeinsam mit dem Nachwuchs, in kleinen, ganz kleinen Schritten, die Sucht zu bekämpfen. Das geht nur mit sehr viel Vertrauen, viel Geduld - und Rückschlägen. Der Appell der Familie richtet sich an andere Betroffene. Es hilft aus ihrer Sicht nicht, sich im Umgang mit der Drogensucht ins stille Kämmerlein zurückzuziehen. Nur der Austausch mit anderen Betroffenen habe der Familie geholfen.

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