Übernahme

„Westfälische Papierfabrik“ kauft in Holland dazu

Das Arnsberger Familienunternehmen Wepa übernimmt den niederländischen Konkurrenten van Houtum.

Das Arnsberger Familienunternehmen Wepa übernimmt den niederländischen Konkurrenten van Houtum.

Foto: Tim Schulz

Arnsberg.  Das Arnsberger Familienunternehmen übernimmt van Houtum mit 200 Mitarbeitern. Der Wepa-Umsatz dürfte damit auf über eine Milliarde Euro klettern.

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Die „Westfälische Papierfabrik“, kurz Wepa, produziert künftig auch in Holland – vorausgesetzt die Kartellbehörden stimmen zu: Das Arnsberger Familienunternehmen hat gestern die Übernahme des niederländischen Mitbewerbers van Houtum in Roermond mit allen 200 Mitarbeitern bekanntgegeben. Mit der Übernahme dürfte der Jahresumsatz von Wepa künftig die Eine-Milliarden-Euro-Marke übersteigen. Über den Kaufpreis vereinbarten beide Seiten Stillschweigen.

Das Unternehmen aus dem Hochsauerland stärkt mit dem Zukauf in den Niederlanden seine Position im Markt mit Produkten für den Fachhandel: Van Houtum produziert ausschließlich Papier(falt)handtücher und Toilettenpapiere für Restaurants, Flughäfen, Hotels und Behörden; also für die Sparte, die in der Branche als „Away-from-Home“-Bereich (AfH) bezeichnet wird. Van Houtum erzielte damit nach eigenen Angaben zuletzt einen Jahresumsatz von 60 Millionen Euro; die Produktlinie trägt den Namen „Satino“. Diese Marke soll weiter Bestand haben, kündigte Wepa an.

Wepa stärkt durch den Deal seine Stellung in Europa

Den Ausschlag für die Übernahme haben seitens der Niederländer wohl wirtschaftliche Gründe gegeben: Wepa schluckt ein Unternehmen, das, gemessen am Jahresumsatz, etwa einem Zehntel entspricht. Die Übernahme ist aber auch ein Zeichen für eine Konsolidierung, die sich im Markt mit Hygienepapieren vollzieht. Wepa stärkt mit dem Holland-Deal seine Stellung in Europa und setzt seine Strategie des Wachstums fort.

Wie die WESTFALENPOST erfuhr, will Wepa sämtliche rund 200 Mitarbeiter, und damit ausdrücklich auch die Geschäftsführung von van Houtum, übernehmen. Van Houtum-Eigentümer Henk van Houtum sagt denn auch in einer Mitteilung: „Ich bin sehr erfreut, dass unser Familienunternehmen auf diese Weise in gute Hände übergeht“. Henk van Houtum hat sich nach unseren Informationen aus dem operativen Geschäft zurückgezogen.

Ausrichtung auf Fachhandel

„Die Werte der Familienunternehmen sind sehr ähnlich und die Sortimente ergänzen sich gut“, ließ Martin Krengel, Vorstandsvorsitzender der Wepa-Gruppe, mitteilen, und kündigte an, die Wepa-Werke in Arnsberg-Müschede und Piechowice/Polen (wir berichteten) und künftig Roermond/Niederlande „konsequent auf den Fachhandel auszurichten“. Die neun weiteren Standorte „bleiben auf den Consumer-Bereich spezialisiert“. Verlagerungen aus dem Sauerland nach Holland seien nicht geplant. An einer Genehmigung der Transaktion gibt es offenbar keine Zweifel.

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