Wintersport

Wintersportort Willingen investiert für alle Jahreszeiten

Der Effelsberg, Skiparadies im Hochsauerland bei Willingen, mit Blick auf eine geschlossene Wolkendecke.

Foto: Hans Blossey

Der Effelsberg, Skiparadies im Hochsauerland bei Willingen, mit Blick auf eine geschlossene Wolkendecke. Foto: Hans Blossey

Willingen/Winterberg.   Der Wintersportort Willingen rüstet auf. Ein neuer Sessellift soll zur großen Attraktion werden. Doch nicht nur den Winter hat der Ort im Blick.

Die Liftgemeinschaft Köhlerhagen in Willingen will hoch hinaus. Zehn Millionen Euro will die Tochtergesellschaft der Ettelsberg Seilbahn Gesellschaft in den Bau eines 1500 Meter langen Achter-Sessellifts auf den 873 hohen Ettelsberg investieren. Es wäre der längste Sessellift in Hessen. Laufen soll die Anlage zum Start der Wintersaison 2018/2019.

Ist das nicht viel Geld in einer Zeit, in der die Prognosen für Naturschnee unter 1200 Metern immer düsterer ausfallen? „Unser Konzept geht von einem ganzjährigen Betrieb des Sessellifts aus“, sagt Jörg Wilke, Geschäftsführer der Ettelsberg Seilbahn GmbH. „Die Bahn muss laufen. Wenn nicht, würde sich so ein Projekt nicht rechnen. Dafür wären die 82 Tage, die wir im Schnitt pro Wintersaison bislang auch durch Kunstschnee haben, zu wenig.“

Biker und Skifahrer im Wechsel

Die Idee dahinter klingt angesichts der schleichenden Erderwärmung nicht verkehrt: Im Winter bringt der Lift die Skifahrer und Snowboarder zum Start auf die dann 1600 Meter lange Piste, im Frühjahr, Sommer und Herbst nehmen die Mountainbiker und Wanderer auf den Sitzen Platz.

Willingens Tourismus-Manager Miro Gronau schwärmt schon heute von der Verwandlung des Skigebiets in einen Bikepark, der auch ausgebaut wird: „Bereits heute wächst der Fahrrad-Tourismus am stärksten“, sagt der 39-Jährige. „Mit dieser Investition wird Willingen einen großen Sprung machen.“

Warum? Weil Besucherandrang die nach Angaben des Investors modernste Sesselbahnanlage Deutschlands am wenigsten stört. Bis zu 3600 Personen können in einer Stunde aufwärts befördert werden. Wer bereits heute die Leistungsfähigkeit dieses Liftes bestaunen will, muss ins Zillertal. Im Skigebiet Hochfügen ist er seit Dezember 2016 in der Willinger Version im Einsatz. Ob den Winterbergern dieser Ausbau passt? Wilke: „Ich halte wenig von Dorftümelei. Es gibt eben zwei attraktive Standorte für Mountainbiker und Wintersportler in unmittelbarer Nachbarschaft. Ob sie in Nordrhein-Westfalen oder Hessen liegen, interessiert niemanden. Wir befruchten uns.“

30 Kilometer südwestlich wird ähnlich gedacht. „Wir leben in einer gesunden Konkurrenz miteinander“, sagt Michael Beckmann, Tourismusdirektor in Winterberg und Vorsitzender der Wintersportarena Sauerland. „Der neue Lift ist eine Bereicherung für die Region. Und uns spornt diese Investition an, unsere Skigebiete weiter zu entwickeln.“

Erster Schnee am Sonntagabend

Bereits heute arbeiten die Skigebiete in Willingen und Winterberg in einem Verbundsystem zusammen. Der 53-Jährige freut sich darüber, „dass Willingen das Erfolgsmodell Winterberg als Anregung nimmt“. Auch Winterberg setzt seit langem nicht nur auf Schnee. „Die Besucher suchen das Erlebnis am Berg. Ganz gleich zu welcher Jahreszeit, ob mit dem Rad oder auf Skiern.“

Auf ihrer Facebook Seite rechnet die Wintersport-Arena an diesem Sonntagabend mit den ersten Flocken. Und damit das Gespür für Schnee in diesem Winter auf seine Kosten kommt, sind in den Skigebieten der Wintersport-Arena Sauerland zehn Millionen Euro investiert worden. „Im Winterberger Skikarussell gibt es neue energiesparende Beschneiungsanlagen“, sagt Beckmann, „dazu kommen Förderbänder und Pistenwalzen."

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