Islam

Ramadani: „Mütter erziehen muslimische Jungen zu Prinzen“

Zana Ramadani wurde als Femen-Aktivistin bekannt.

Foto: wp

Zana Ramadani wurde als Femen-Aktivistin bekannt. Foto: wp

Hagen.   Zana Ramadani kritisiert die Macht der muslimischen Mütter: Jungen wachsen mit alten Rollenbildern auf, meint die Islamkritikerin aus Wilnsdorf.

Der Sohn darf alles, die Tochter ist ohne einen Mann und ohne Kopftuch nichts wert. Zana Ramadani prangert in ihrem Buch „Die verschleierte Gefahr“ die Macht der Frauen im Islam an. Die 33-Jährige stammt aus Wilnsdorf-Wilden. Seit vier Jahren lebt die werdende Mutter in Berlin.

Geht vom Kopftuch wirklich Gefahr aus?

Zana Ramadani: Ja. Es zementiert die Rolle und die Macht der Frauen im Islam. Es ist kein Schleier der Freiheit, sondern das Leichentuch der freien Gesellschaft.

Wie kommen Sie darauf?

Ramadani: Mütter sind es, die das Geschlechtsbild von Vorgestern im Islam an ihre Kinder weitergeben.

Sie werden so zu den Peinigern ihrer Töchter?

Ramadani: Ja. Ich habe es selbst erlebt. Ihnen gelingt es nicht, sich vom überkommenen Frauenbild aus dem Mittelalter zu lösen. Sie herrschen in der Familie und erziehen ihre Töchter zu willenlosen Lemmingen.

Warum halten die Mütter daran über Generationen fest?

Ramadani: Sie haben die Werte und die Moral ihrer Herkunftsländer so verinnerlicht, dass sie nichts Falsches darin sehen. Ich will sie deshalb nicht verurteilen. Ihnen muss gezeigt werden, dass ein anderer Weg möglich ist.

Wie stellen Sie sich das vor?

Ramadani: Wir müssen spezielle Intensiv-Integrationsprogramme nur für Frauen einrichten. Bei ihnen muss das Verständnis für die Rechte, Pflichten, Schutzmöglichkeiten und auch die Emanzipationsgeschichte der westlichen Gesellschaft geweckt werden.

Gedankliche Ausflüge ohne die Männer?

Ramadani: Ja. Mütter sollen die freie Luft ohne ihre männlichen Aufpasser riechen. Wer einmal die Freiheit und die sich daraus ergebenden Vorteile kennenlernt, der wird sich dies nicht mehr nehmen lassen.

Wie wollen Sie muslimischen Männer ändern?

Ramadani: Sie müssen intensiver in die Schranken gewiesen werden. Und Haushaltskurse werden ihnen helfen, die Notwendigkeit der Gleichberechtigung zu verstehen.

Das soll funktionieren?

Ramadani: Meine Idealvorstellung wäre es, wenn die Mütter vormittags im Integrationskursus sitzen, müssen sich die Väter um die Kinder kümmern - und umgekehrt. So erfahren beide gleichzeitig etwas über gleichberechtige Aufgabenstellung. Beiden muss klar gezeigt werden, dass sie willkommen sind, wenn sie unsere Werte, Gesetze und die Mehrheitsgesellschaft respektieren.

Und wer sich dagegen sperrt?

Ramadani: Wer diese Maßnahmen aktiv verhindert, der muss konsequent abgeschoben werden. Nur so kann jeder in diesem Land auch in Zukunft frei, abgesichert und ohne Angst und Verfolgung leben.

Also Schluss mit der Rücksicht auf kulturelle Eigenheiten?

Ramadani: Toleranz ist wichtig, ja. Aber uneingeschränkte Toleranz auch intoleranten Kräften gegenüber führt unweigerlich zur Zerstörung einer freien Gesellschaft. Wir zerstören unsere Gesetze, unsere freie liberale Gesellschaft und letztlich uns selbst. Für mich ist das selbstzerstörerischer Toleranzwahn.

Welche Gefahren gehen von Parallelgesellschaften aus?

Ramadani: Wer für Abschottung steht und diese krampfhaft aufrecht hält und damit für Misstrauen zwischen der Mehrheitsgesellschaft und einer kleinen Minderheit sorgt, der darf hier nicht nach seiner Fasson leben. Genauso wenig wie es deutsche Rechtsradikale dürfen. Die Ditib und andere islamische Verbände versuchen unsere Politik zu beeinflussen, genauso wie sie unser Recht auf Meinungsfreiheit torpedieren. Die Verbände nutzen unsere Toleranz schamlos aus.

Was passiert mit den Männern, die hier mit dem Rollenbild aufwachsen, der Mann stehe über der Frau?

Ramadani: Ihnen werden keine Grenzen aufgezeigt. Sie werden zu Prinzen erzogen, die von Geburt an nicht viel leisten müssen. Diese Bevorzugung erwarten sie auch von den Lehrern und der Gesellschaft. Unsere Gesellschaft ist jedoch auf Leistung ausgelegt. Leistung zu erbringen, haben sie aber nicht gelernt. Man sieht es an den Schulabschlüssen der Jungen, die in Parallelgesellschaften aufwachsen – sie haben keine.

Mit welchen Folgen?

Ramadani: Die Hätschel-Machos scheitern mit ihrem Verhalten und mit ihren Erwartungen. In der Folge werden sie unzufriedener und aggressiver. Die Opferrolle nutzen sie als Entschuldigung dafür, dass sie immer scheitern. Die zweite und dritte Generation fühlt sich vom radikalen Islam und Moscheen angezogen. Man sieht es an den Männern, die in Deutschland geboren sind und ihre Frauen, Schwestern misshandeln oder töten, weil sie der Meinung sind, dass diese die Ehre verletzt haben.

Die Terrorakte haben also etwas mit dem Islam zu tun?

Ramadani: Offenkundig. Die Terroristen nehmen den Koran wörtlich. Muslime müssen anerkennen, dass es diese schändlichen Religionsinhalte gibt und diese genauso wie vor 1600 Jahren auch heute noch gelebt werden. Dem Christentum ist es ja auch gelungen, sich zu den Taten der Kreuzzüge und Inquisition zu bekennen und sich von diesen Religionsinhalten zu befreien.

>> HINTERGRUND ZU ZANA RAMADANI:

  • Zana Ramadani: Die verschleierte Gefahr – die Macht der muslimischen Mütter und der Toleranzwahn der Deutschen, 264 Seiten, 17,90 Euro, Europa Verlag
  • Sie gehörte zu den Gründerinnen von Femen in Deutschland. Im Januar 2015 verließ sie die Frauenrechtsorganisation.
  • Zana Ramadani ist gelernte Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte.
  • Sie ist Mitglied der CDU.
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