Bildung

Als junger Mensch im Jugendparlament Großes bewegen

Zukunftsrauschen: Reniyha Sütcü über politisches Engagement

Die Briloner Jura-Studentin Reniyha Sütcü erzählt, warum sie es besonders wichtig findet, dass sich auch Jugendliche in der Politik engagieren und sich für ihre Herzensthemen einsetzen.

Die Briloner Jura-Studentin Reniyha Sütcü erzählt, warum sie es besonders wichtig findet, dass sich auch Jugendliche in der Politik engagieren und sich für ihre Herzensthemen einsetzen.

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Reniyha Sütcü vom Jugendparlament: Sich einbringen lohnt sich.

Reniyha Sütcü vom Jugendparlament: Sich einbringen lohnt sich.

Foto: Nicole Reuter

Brilon.   Reniyha Sütcü gestaltet im Jugendparlament Brilon die Zukunft der Stadt mit und empfiehlt anderen Jugendlichen, sich ebenfalls zu engagieren.

Es ist die erste Sitzung des Jugendparlaments Brilon nach der Sommerpause. Um einen Tisch herum haben sich Jugendliche und junge Erwachsene mit Betreuer Klaus Wrede im Rathaus versammelt. Der erste Tagesordnungspunkt: Zukunftswerkstatt. Gemeinsam überlegen, was man erreichen möchte, was die Stadt in Zukunft bieten sollte, wie das Jugendparlament für andere attraktiver gestaltet werden kann. Reniyha Sütcü ist an diesem Tag nicht dabei, hat aber an vielen Sitzungen teilgenommen. Seit drei Jahren ist sie Mitglied, hat gemeinsam mit anderen Jugendlichen einige Projekte auf die Beine gestellt und meint: „Ich glaube, viele junge Leute unterschätzen das.“

Die 18-Jährige hat ein Ziel: Fürs Jura-Studium ging es im Oktober nach Marburg. Sieben bis acht Jahre studiere sie nun, zwei Staatsexamen liegen vor ihr. Danach möchte sie als Anwältin arbeiten. Solange es möglich sei und zeitlich passe, möchte sie im Jugendparlament bleiben. „Je früher wir uns für etwas einsetzen, desto besser. Das alles betrifft uns spätestens in ein paar Jahren auch.“

Jugend wird ernst genommen

In der Schule sei sie auf das Jugendparlament aufmerksam geworden. „Ich war damals in der Schülervertretung des Gymnasiums Petrinum und es sollte möglichst von jeder Schule ein Vertreter im Jugendparlament dabei sein. Also hab ich mitgemacht.“ Jede Menge Sitzungen und Projekte später, ist sie froh, dass sie sich dafür entschieden hat. „Bei den Treffen herrscht immer eine gute Stimmung untereinander. Auch Jüngere trauen sich, Ideen einzubringen und haben keine Hemmungen – das ist toll“, sagt Reniyha Sütcü. Sie finde es schade, dass immer noch viele junge Menschen das Jugendparlament nicht kennen. „Und wenn doch, wissen viele nicht, was man dadurch erreichen kann. Sie denken, man wird nicht ernstgenommen. Aber das stimmt nicht.“

Oft sei es im Leben so, beschreibt die Studentin: Man plant viel und macht dann doch nichts davon. „Beim Jugendparlament gibt es am Ende aber ein Produkt.“ Sie erwähnt die Podiumsdiskussion mit den kommunalen Politikern und das Streetsoccer-Turnier mit dem Alfred-Delp-Haus. Hier gilt: Aufgaben aufteilen. „Wir wussten, was gemacht werden muss. Ich habe zum Beispiel die Spielpläne erstellt und verteilt“, erzählt sie. Andere seien für Auf- und Abbau zuständig gewesen.

Dadurch entstehen Kontakte. „Man tauscht sich mit Politikern aus und auch vom Alfred-Delp-Haus haben wir Leute kennengelernt, die man immer wieder in der Stadt trifft.“ Auch für Praktika seien die Beziehungen toll. Ein persönlicher Höhepunkten sei die Vinzenzkonferenz. „Wir haben uns im Pfarrzentrum zusammengesetzt und es gab einen Austausch zwischen Jung und Alt. Das hat mir viel gebracht. Ich habe viel mitgenommen.“

„Die meisten denken, dass wir im Jugendparlament immer nur über Politik und die aktuellen Themen diskutieren.“ Vielmehr gehe es aber darum, welche Ideen es gibt, um Brilon für die Jugend attraktiver zu machen und welche Themen den jungen Menschen am Herzen liegen.

Etwas für die Stadt erreichen

Reniyha Sütcü ist der Meinung, dass es mehr Plattformen dieser Art für Jugendliche geben sollte. „Vielleicht helfen auch ‚Einmal-Aktionen‘ dabei. Projekte, bei denen man einmal mitmachen kann, ohne sich zu etwas verpflichtet zu fühlen.“ Etwa wie die Schüler der Heinrich-Lübke-Schule, die sich mit den Stolpersteinen auseinandersetzten. Bei der Podiumsdiskussion habe sie gesehen, dass die Jugend Interesse an Politik hat. Zu Recht: „Politik ist immer wichtig, auch kommunal."

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