Drei-Fragen-Interview

Auch heute noch dem Thema Oldtimer widmen

Helden.   Drei Fragen an Elmar Moll, Obermeister der Kfz-Innung Westfalen-Süd

1 Können Sie einem Kfz-Mechatroniker-Azubi im ersten Lehrjahr empfehlen, sich auf das Thema Oldtimer einzulassen?

Unbedingt! Wir laufen Gefahr, dass da sehr viel Wissen verloren geht. Die alten Meister, die noch wissen, wie man einen Vergaser einstellt, sind alle 70 oder 80 Jahre alt und schrauben trotzdem noch an den Kisten herum. Wenn sich da niemand findet, geht da wirklich sehr viel Wissen verloren.

2 Gibt es eine spezielle Ausbildung, die sich mit dem Thema Oldtimer befasst?

Nein, es gibt verschiedene Fachrichtungen wie Karosserie oder Elektronik, aber eine Fachrichtung Oldtimer gibt es nicht. Besser gesagt, noch nicht. Ich bin sicher, dass es die geben wird, denn wenn man sich die Entwicklung auf diesem Gebiet anschaut, dann wäre das nur konsequent.

3 Aber es gibt doch auch heute schon Betriebe, die sich auf Oldtimer-Restauration spezialisiert haben.

Das stimmt, aber da wäre ich noch vorsichtig. Ob einem eine solche Ausbildung hilft, wenn man später mal seinen Meister machen will? Ich würden den Weg einer normalen Ausbildung gehen und Möglichkeiten nutzen, mich weiterzubilden. Es gibt doch solche Kurse schon.

4Wenn man davon ausgeht, dass das Wissen auch weiter nachgefragt wird, wäre eine solche Spezialisierung so etwas wie eine Jobgarantie? Das könnte man so sagen, wenn auch eine Jobgarantie in einem sehr speziellen Bereich. Aber wissen Sie, junge Leute, die Interesse an Oldtimern haben, signalisieren doch, dass sie Spaß an der Sache haben. Das ist die Grundvoraussetzung für unseren Beruf, die machen ihren Weg.

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