Kommentar

Bei den Integrationsangeboten den Überblick verlieren

Welche Integrations-Angebote gibt es überhaupt alles in Hagen? Und wie ist gute Integration überhaupt möglichMan findet sich als Einheimischer ja kaum zurecht in dem dichten Geflecht an Integrationsangeboten, die Stadt, freie Träger, Kirchen oder sonst wer anbieten, um Flüchtlinge oder Zugewanderte zu integrieren. Oft versteht man gar nicht so richtig, auf was welches Angebot eigentlich abzielen will. Wie muss sich darin ein Zugewanderter fühlen? Die strukturelle Ebene, also eben jene der Netzwerke, ist groß. Aber liefern wir eigentlich auch genug in dem Bereich, den Penelope Bögemann nebenstehend als transkulturelle Psychiatrie erklärt hat? Wissen wir genug über die Ängste, Erfahrungen und oft auch Traumen, die Menschen erlebt haben, die neu in unsere Stadt kommen? Die Antwort ist: Nein, es gibt kaum ein entsprechendes Angebot und nein, wir wissen zu wenig voneinander.

Insofern liegt ein Ansatzpunkt im psychologischen Angebot. Die Folgen der Flucht und der Migration müssen aufgearbeitet werden. Familien selbst können das kaum leisten. Wenn der Großvater oder die Großmutter zum 100. Mal die Fluchtgeschichte beschreiben, schalten viele Angehörige genervt ab. Das müssen Fachleute leisten, das Feld muss wachsen.

Ein anderer wichtiger Hebel ist der heimische Arbeitsmarkt. Wir benötigen in Hagen noch mehr Unternehmer und Unternehmerinnen, die den Schritt gehen und Flüchtlinge zu Azubis oder Gesellen oder Mitarbeitern machen. Ja, da wird vieles am Anfang ruckeln. Aber viele Beispiele aus Hagen zeigen, dass das geht. Es ist ein Prozess, den wir uns zukünftig mehr trauen müssen. Wir müssen hinhören. Auf der Gefühlsebene, wie Penelope Bögemann es beschrieben hat. Wer die Geschichte des Anderen kennt, kennt diesen Menschen besser. Das ist der erste Schritt zu einer echten Annäherung. Und somit zur Integration.

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