Umwelt

BUND-Mann: „Grün ist schön, bunt ist schöner“

BUND-Kreissprecher Dieter Heide aus Benolpe spricht mit Blick auf die Zukunft, welche Wünsche und Forderungen in Sachen Umweltschutz hat.

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Dieter Heide

Dieter Heide

Foto: Hallermann

Kreis Olpe.   Die Einstellung der Menschen zur Umwelt muss sich ändern. Dieter Heide vom Bund für Umwelt- und Naturschutz kritisiert achtlosen Flächenverbrauch.

Penibel gekürzter Rasen, Steinwüsten in den Gärten, akkurat gestutzte Hecken: Wildwuchs vor der eigenen Haustür ist für viele Menschen ein Dorn im Auge. Viel Arbeit und Geld wird investiert, um die Natur im Zaum zu halten, sie zurückzudrängen. Mit Besorgnis beobachten Naturschützer diese Entwicklung. Einer von ihnen ist Dieter Heide, BUND Kreissprecher in Olpe. Welche Problemfelder sieht er im Umwelt- und Naturschutz? Im Gespräch mit unserer Zeitung hat er klare Forderungen formuliert. Worte, die zum Nachdenken anregen.

Angst vor Natur

Dieter Heide ist 67 Jahre alt, wohnt in Drolshagen-Benolpe und ist seit den 80er-Jahren im BUND engagiert. Der pensionierte Hauptschullehrer hat einige Projekte im Kreis Olpe und darüber hinaus begleitet. Nebenbei züchtet er Schafe und Kühe.

Es ist vor allem die Einstellung der Menschen, die ihm Sorgen bereitet. „Eltern lassen ihre Kinder nicht in den Wald, aus Angst vor dem Wolf. Aber sie lassen sie in den Verkehr, setzen sie den Chemikalien im Haushalt aus. Und wie viele Kinder sind schon von Hunden verletzt worden“, sagt er und fügt provokant hinzu: „Müssen wir da nicht die Hunde abschaffen?“

Mit Blick auf die Zukunft hat er einen klaren Wunsch: Die Menschen müssen wieder lernen, mit der Natur umzugehen, verstehen, dass sie den Platz nicht für sich alleine beanspruchen können. Denn Fläche ist begrenzt, betont Heide. „Wir bauen immer noch Häuser, obwohl es Leerstände gibt“, sagt er. „Das passt nicht. Im Augenblick müsste ein Baustopp her, langfristig müsste auch Rückbau stattfinden.“ Denn je mehr Fläche sich der Mensch nehme, desto mehr gehe der Natur verloren. Die Folge: Arten sterben aus, Tiere finden kaum noch Nahrung.

Weideprojekte im Kreis Olpe

Heide hat konkrete Maßnahmen vor Augen, um diese Entwicklung zu stoppen. Zum einen will er alte Rassen fördern. So wie das rote Höhenvieh, eine einheimische Rasse, die bis in den 50er-Jahren im Kreis als Arbeitstier weit verbreitet war. Über die Jahre hat sie aber der Trecker aus der Zucht vertrieben. „Diese alten Rassen fressen anders“, erklärt Heide. „Das hat einen wertvollen Dünger und fruchtbare Böden zur Folge.“ In diesem Zusammenhang wünscht sich Heide kleinere Weideprojekte im Kreis Olpe. Diese Flächen sollen der Natur und den alten Rassen überlassen werden. Artenreiche Weiden, die Insekten und Vögel Futter bieten, wären das Ergebnis.

Weiterhin sollen Kommunen Garten- und Freiflächen langfristig in Bio-Wiesen und Wildstauden umwandeln. „Es werden Millionen ausgegeben, um die Natur zu vertreiben“, sagt er. „Diese Mono-Kulturen auf unseren Wiesen, das geht langfristig nicht gut. Grün ist ja schön, aber bunt ist schöner.“

Jeder kann was tun

Ein Umdenken muss her. Und jeder einzelne kann etwas dazu beitragen, sagt Heide. Es ist nicht notwendig, im alltäglichen Stadtverkehr die schwersten Autos zu fahren. Es ist nicht notwendig, im eigenen Garten die Natur auszusperren. Es wird geklagt, wenn nicht genügend Parkplätze da sind. Aber wem fällt es auf, wenn die naturbelassenen Flächen immer weniger werden? Zu wenigen, weiß Heide. Und das muss sich ändern. Das muss sich auch in den Köpfen der Politikern festsetzen, betont er. Es gibt sie schon, die Menschen, die ihren Blick für die Natur nicht verloren haben. Die Menschen in den Verbänden, die Bio-Bauern, die Menschen zuhause, die einen Baum pflanzen anstelle eines Steingartens. „Wir wissen doch, was derzeit schief läuft“, bemerkt Heide. „Doch mit dem Wissen gehen wir falsch um.“

zum Zukunftsrauschen...
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