Drei-Fragen-Interview

Den Geflüchteten mit offenen Armen begegnen

Dominik Gens, Integrationsbeauftragter in Wenden.

Dominik Gens, Integrationsbeauftragter in Wenden.

Wenden.   Drei Fragen an Dominik Gens, Integrationsbeauftragter in Wenden.

1 Was wünschen Sie sich für die künftige Flüchtlingsarbeit?

Ich wünsche mir weiterhin die Unterstützung aus Verwaltung und Politik. Ich wünsche mir, dass die Bürger den Geflüchteten mit freundlichen Gesichtern und offenen Armen begegnen und dass die Geflüchteten diese positive Stimmung spüren und sich als Teil dieser Gemeinde fühlen wollen.

2 Was sind die überwiegenden Wünsche der Flüchtlinge für die Zukunft?

Ganz wichtig ist, dass sie durchatmen können und nach der Flucht das Gefühl haben, angekommen zu sein. Sie möchten Gewissheit, ob sie in diesem Land bleiben dürfen und sie möchten arbeiten und selbstbestimmt leben dürfen. Streng genommen sind ja nur diejenigen als Flüchtlinge zu bezeichnen, denen dieser Schutzstatus und die damit verbundenen Rechte gewährt wurden. Hierbei handelt es sich um einen sehr geringen Anteil. Es gibt aber sehr viele Asylsuchende, bei denen sich der Prozess sehr lange hinzieht und die in der Zwischenzeit nicht wissen, wie sich ihr Leben weiter entwickeln kann. Das ist mit dem Wissen, dass diese Menschen mitunter schreckliche Dinge erlebt haben, eine unhaltbare Situation.

3 Wie sieht die Integration in zehn Jahren aus?

Das ist eine hoch spekulative Frage. Wenn ich mir die Entwicklungen anschaue, befürchte ich, dass der Diskurs immer weiter in eine Richtung verschoben wird, die eine Integration enorm erschwert. Die Zivilgesellschaft muss endlich eindeutig Stellung beziehen und Parteigeplänkel überwinden. Es handelt sich um eine Krise der Demokratie. Es geht darum, dass anerkannte Grundwerte verteidigt werden sowie rassistischen und faschistischen Tendenzen gemeinsam und entschlossen entgegen getreten wird.

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