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Die Autos der Vergangenheit sind die Zukunft

Fabio Lupo ist begeistert von Oldtimern.

Fabio Lupo ist begeistert von Oldtimern.

Foto: Gunnar Steinbach

Helden.   Fabio Lupo macht eine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker. Die Zukunft der Branche sieht er in der Elektromobilität.

Wer mit einem 20-Jährigen über seine Vorstellungen von der Zukunft redet, darf den Radius nicht zu weit stecken. Eine Amtszeit von Angela Merkel, also fünf Jahre, ist schon ziemlich viel Zukunft für jemanden in diesem Alter.

Fünf Jahre sind deshalb ganz in Ordnung, wenn es um die Zukunft geht, auch für Fabio Lupo aus Helden. Eine Einstellung, die vermutlich die überwiegende Mehrheit der im Jahr 1998 Geborenen teilt und mit der sie auch ganz gut leben könnte. Söhne können das, Väter meist nicht so gut.

So war’s auch im Hause Lupo, denn Vater Martino konnte sich nach dem Fachabitur den Hinweis, dass es Zeit sei, sich beruflich für „was Richtiges“ zu entscheiden, nicht mehr verkneifen.

Die im Vater-Sohn-Verhältnis bewährte Standardantwort lautet in diesem Fall: Ja, sicher! Den Nachsatz: Ich hab’ aber keine Ahnung was, behält man besser für sich. Wäre in diesem Fall auch nicht ganz richtig gewesen, denn den Virus trug Fabio schon in sich: „Ein Freund von mir hat einen Golf 1, den hat er sich mit seinem Vater zusammen fertig gemacht – total cool.“

Gemeinsam mit dem Golf 1-Fan besuchte Fabio Oldtimer- oder Tuning-Veranstaltungen und sog die Atmosphäre in tiefen Lungenzügen ein: „Das war super, die Stimmung, die Freundlichkeit der Leute, das hat mich begeistert und bestimmt 50 Prozent meiner Begeisterung ausgemacht.“

Ein Herz für den roten Jetta

Und die anderen 50 Prozent?

„Von Papa.“ Die Familie Lupo hat italienische Wurzeln, deshalb ist der Familien-Oldtimer, ein Fiat X19, mit dem die beiden auch Oldtimer-Rallyes fahren, eine gut begründete Beziehung. Fabios neue Liebe macht es dem Betrachter schon etwas schwieriger. Sein Herz schlägt für einen roten Jetta, tiefergelegt und mit goldenen Felgen: „Ich weiß“, sagt er und lacht, „das war damals das totale Rentnerauto. Da fehlt nur noch der Wackel-Dackel, aber ich finde ihn cool.“

Egal wie, aber das Ding aus der Vergangenheit mit dem Charme eines Xoloitzcuintle (mexikanischer Nackthund, finden auch viele süß) war der Einstieg in seine Zukunft, der Anfang von „was Richtigem“.

2017 hat Fabio seine Ausbildung zum Kfz-Mechatroniker begonnen. „Das ist die Basis“, sagt er. „Die Zukunft gehört bestimmt der Elektromobilität, das ist klar. Aber das Thema Oldtimer wird mich trotzdem nicht loslassen.“

Warum?

„Das ist doch etwas ganz Anderes. Das Design der Autos war viel besser. Wenn einem heute ein Auto entgegen kommt, kann man erstmal gar nicht erkennen, was das ist, die sehen alle gleich aus. Früher war das anders. Auch die Technik war anders. Man kann viel selbst machen, jede Schraube an so einem Auto kann man sofort verstehen. Alles ist Mechanik, da muss ich keinen Computer anschließen.“

Die Zukunft

Sind die Autos der Vergangenheit also seine Zukunft?

„Irgendwie ja.“

Irgendwie, denn Zukunft ist noch lange hin. Erstmal die Lehre im Autohaus abschließen und Erfahrungen sammeln. Was später kommt, muss man abwarten: „Es gibt schon viele“, sagt Fabio nachdenklich, „die einen Oldtimer haben, aber selbst nix dran machen, weil sie es entweder nicht können oder nicht wollen.“

Sich Selbstständig zu machen, ist eine Möglichkeit, dass Selbstständigkeit aber auch ihre Schattenseite hat, weiß er.

„Wie“, sagt er abschließend, „weiß ich noch nicht, man braucht dafür ja auch Erfahrung, aber dass ich weiter mit Oldtimern arbeiten werde, steht für mich fest.“

zum Zukunftsrauschen...
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