Kommentar

Die Bildung und ihre Baustellen

Hagen.   Jens Stubbe über die Situation der Schulen in Hagen.

Die Baustellen im Bereich Bildung sind in Hagen zahlreich. Die Integration der vielen Zugewanderten in ein bestehendes System ist eine riesige Herausforderung. Die magere Ausstattung der Schulen ein Dauerthema. Und nicht zuletzt lähmt die schleppende Digitalisierung das Bildungssystem.

Deren Bedeutung wird in vielen Sonntagsreden von Politikern immer wieder betont. Und obwohl der Hagener Betrieb für Informationstechnologie eigentlich seit Jahren mit dem Thema digitaler Aufbruch betraut sein müsste – getan hat sich an den Schulen unserer Stadt bislang herzlichst wenig.

Beispiel Christian-Rohlfs-Gymnasium: Wenn hier nur eine Hand voll Schüler gleichzeitig bewegte Bilder anschauen möchte, bricht das System zusammen. Freier Internet-Zugang über für alle Schüler über ein eigenes stabiles WLAN-Netz ist ein frommer Wunsch. Und auch moderne Rechner, Laptops oder Tablets, die auf Schulkosten angeschafft werden und dann allen Schülern zur Verfügung stehen, werden sich absehbar an dem Hasper Gymnasium wohl nicht realisieren lassen. Was für das Gymnasium in Haspe gilt, ist an vielen Hagener Schulen nicht anders. Der so oft propagierte Start in das digitale Zeitalter ist dort, wo er von am nötigsten wäre, längst verschlafen. Während in den politischen Gremien das Thema rauf und runter diskutiert wird, ändert sich vor Ort nichts. Schüler, die mit ihren Smartphones und aufgerüsteten Gaming-PCs privat mit Turbo-Geschwindigkeit durchs Internet rauschen, fühlen sich in den PC-Räumen ihrer Schulen in die Zeit zurückversetzt, als ihre Eltern noch die Schulbank drückten. Nicht wenige von ihnen sind ihren eigenen Lehrern voraus. Höchste Zeit, dass sich daran etwas ändert.

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