Familie

Familienvater: „Die Familie ist mein Happy-Place“

Familie Vogel liebt das Familienleben: Mama Nina, Sohn Mats-Eric (4 Jahre), Vater Moritz und Tochter Lotta-Malin (9 Jahre).

Familie Vogel liebt das Familienleben: Mama Nina, Sohn Mats-Eric (4 Jahre), Vater Moritz und Tochter Lotta-Malin (9 Jahre).

Foto: Carmen Thomaschewski

Gevelsberg.  Der 36 Jahre Gevelsberger Moritz Vogel ist mit sieben Geschwistern aufgewachsen. Jetzt hat er seine eigene kleine glückliche Familie.

Was die Familie für Moritz Vogel bedeutet? „Glück“, sagt er und blickt zu seiner Frau Nina und den beiden Kindern, die durch das Wohnzimmer toben. Er sei in einer Großfamilie aufgewachsen, habe diese Bedingungslosigkeit erlebt, den Zusammenhalt. Für ihn stand immer fest, dass er das auch haben möchte, eine eigene Familie mit allem, was dazu gehört.

Vor sieben Jahren heiratete er seine Nina, zwei Jahre nachdem Tochter Lotta-Malin zur Welt kam, seit vier Jahren komplettiert Mats-Eric das Glück. „Meine Familie ist mein „Happy-Place“, sagt er und erklärt: Sie seien sein Zuhause, der Ort, an dem er, er selbst sein könne. Zusammen sein, aber genug Raum haben, um sich zu entfalten, das sei wichtig, für alle. Und das wollen Nina und Moritz Vogel auch für ihre Kinder.

Werte sind wichtig

„Sie sollen für sich entdecken und entscheiden, was sie vom Leben möchten.“ Ohne Leistungsdruck oder beeinflusst zu werden. Bei Lotta-Malin steht der Berufswunsch Tierpfleger gerade hoch im Kurs, sagt der 36-Jährige. Er sei gespannt, für was sie sich später einmal entscheiden wird. Jetzt soll sie aber erst einmal Kind sein und sich frei von Zwängen entwickeln können.

Er sei in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen beschäftigt, ist dort Ansprechpartner für die Betreuer. „Aber erst habe ich drei Semester Bauingenieurwesen studiert, ehe ich gemerkt hatte, dass das nichts für mich ist.“ Aus dem Studentenjob in einem Heim für suchtkranke Männer wurde Berufung. Er wurde Diplom Sozialarbeiter und Sozialpädagoge. „Es gibt heute keinen geraden Weg, keine Biografien ohne Brüche“, sagt er. Früher blieb man von der Ausbildung bis zur Rente bei einem Arbeitgeber. Heute sei das schon lange nicht mehr so.

Die Bedeutung der Familie

Auch wenn sich in der Gesellschaft vieles verändert habe, Werte hätten damals wie heute Bestand, sollten bei der Erziehung eine wichtige Rolle spielen. Da sind sich Nina und Moritz Vogel einig, auch wenn das zu Konflikten führen kann. „Wie soll man seiner neun Jahre alten Tochter vermitteln, dass sie kein Smartphone bekommt, wenn dreiviertel aller Klassenkameraden eins haben?“, sagt der junge Familienvater. Ein eigener Fernseher im Kinderzimmer? „Erst mit 16 Jahren“, sagt er. Viele sehen das anders, das wisse Moritz Vogel und nimmt sich auch selbst in die Pflicht.

Als Eltern müsse man Vorbild sein, Werte setzen und auch vorleben. Auch selbst das Handy aus der Hand legen, sich mit den Kindern beschäftigen. Bücher vorlesen, statt vor das Tablet zu setzen. Astrid Lindgren ins Kinderzimmer holen, und nicht Youtube-Stars. Nina und Moritz Vogel wollen ihren Kindern Halt geben, weiter geben, was sie erfahren haben.

Moritz Vogel sei dankbar dafür, in einer großen Familie aufgewachsen zu sein. Auch wenn seine sieben Geschwister unterschiedliche Leben führen, in der Region verstreut sein, er wisse, dass er sich auf jeden einzelnen verlassen könne. Jederzeit.

Seine Familie gebe ihm auch heute noch Halt und er weiß, dass das heutzutage immer seltener sei. Viele Menschen seien auf sich alleine gestellt. „Ich bin dankbar dafür, dass wir so ein großes Unterstützungssystem haben.“ Auch das bezeichnet er als großes Glück.

Traum vom Eigenheim

So wie den Moment, als er seiner großen Liebe auf einer Reiterfreizeit begegnete. Da war er gerade mal zehn Jahre alt. Sie verguckte sich sofort in ihn, bei ihm funkte es später, dann aber richtig. Seit zwölf Jahren sind sie ein Paar, wohnen zusammen in Gevelsberg. Wie ihr Leben in 30 Jahren aussieht? „Die Kinder sind dann hoffentlich aus dem Haus“; sagt der junge Familienvater und lacht. Nina und Moritz Vogel haben sich vorgenommen, gemeinsam die Welt zu entdecken. Nur die Frage Camper oder Wohnwagen, die müssten die beiden noch klären. Fest stehe aber: „Aus Gevelsberg kriegt man uns nicht weg.“ Ein eigenes Häuschen mit Garten, das ist ihr gemeinsamer Traum. „Mal sehen, was wird“, sagt er. Ein Haus hat er jedenfalls schon selbst entworfen und gebaut. Das steht in seinem Garten mit Kletterstange und Sandkasten.

Was Moritz Vogel sich am meisten wünscht? „Dass ich die Menschen, die ich liebe, lange in meinem Leben behalte, dass sie alt werden und gesund bleiben.“

Große Ziele habe er nicht. Das Leben leben, eine gute Zeit verbringen, erleben, wie die Kinder groß werden. Er genieße das Zusammensein, und weiß, dass dieser Lebensweg für ihn der richtige ist. Mehr noch: „Es ist genau so, wie ich es mir früher vorgestellt habe“, sagt er. „Ich bin glücklich.“

zum Zukunftsrauschen...
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