Drei-Fragen-Interview

Gastronom: "Die zunehmende Bürokratie hemmt die Gastronomie"

Hans-Dietmar Wosberg, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Hans-Dietmar Wosberg, Präsident des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes.

Foto: Ted Jones

Arnsberg.  Was sind die Gründe für das Kneipen-Sterben? Was lässt sich dagegen tun? Gastronom Hans-Dietmar Wosberg, DEHOGA-Präsident, gibt Antwort.

1. Die klassischen Kneipen sterben. Was sind die Gründe?

Die Ursachen für diese traurige Entwicklung sind sehr vielschichtig: Altersgründe, keine Nachfolger und die Landflucht der jungen Leute, um es einmal kurz zu sagen. Aber auch das Ausgehverhalten hat sich in den vergangenen Jahren stark verändert. Natürlich ist der Bedarf nach einer Kneipe noch immer da, aber die Kneipe ist nicht mehr das Wohnzimmer der Nation. Ein besonderes Hemmnis ist da auch die zunehmende Bürokratisierung. Die Politik muss sich daher überlegen, ob sie einen Wirt oder einen Bürokraten haben will. Und wenn sie einen Wirt will, sollte sie entsprechend handeln.

2. Gibt es seitens des Hotel- und Gaststättenverbandes eine Strategie, dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Wir als DEHOGA starten immer wieder entsprechende bundesweite Kampagnen, wir unterstützen die Gastwirtinnen und -wirte aber auch durch gezielte Schulungen, Newsletter und umfassende Weiterbildungsangebote. Zudem verleihen wir an kleine Kneipen ein Gütesiegel für das beste Betriebskonzept.

3. Hat denn die gute, alte Kneipe überhaupt noch eine Zukunft?

Auf jeden Fall, und davon bin ich absolut überzeugt. Es wird auch in ferner Zukunft noch die gute, alte Kneipe geben, aber mit neuen Konzepten. Denn der Gast - im Gegensatz zu früheren Zeiten - möchte den Kneipenbesuch als ein Erlebnis sehen und nicht nur als reinen Zweck der Kommunikation. Der Gast von heute und auch der von Morgen hat den Anspruch beziehungsweise wird den Anspruch haben auf mehr als nur ein Bier.

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