Sicherheit

„Menschen zu helfen“ ist der Antrieb der Wolfram-Zwillinge

Zukunftsrauschen: Truppmänner der Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg

Die Zwillinge Brian und Garvin Wolfram (20) sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg.

Die Zwillinge Brian und Garvin Wolfram (20) sind bei der Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg.

Beschreibung anzeigen

Foto: Hagemann

Fröndenberg.  Die Zwillinge Garvin und Brian (20) sind Fröndenberger Feuerwehrleute. Seit sieben Jahren sind sie schon dabei – und wollen es auch bleiben.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Dass bei der Feuerwehr einer für den anderen da sein muss, gehört schon in der Truppmann-Ausbildung zum kleinen ABC. Für Brian und Garvin Wolfram gilt das sogar, seit sie auf die Welt kamen: als zweieiige Zwillinge, die einander doch gleichen wie ein Ei dem anderen. Gemeinsam fingen sie mit 13 bei der Feuerwehr in Hemer an, gemeinsam wechselten sie zur Freiwilligen Feuerwehr Fröndenberg, als die Familie umzog. Heute sind sie 20, weiter dabei – und wollen es auch bleiben.

„Menschen zu helfen“, nennt Brian spontan die Motivation, die beide antreibt. Außerdem mache ihnen der Umgang mit Technik Spaß. Dafür, dass sie heute ausgebildete Truppmänner sind, haben sie einiges erdulden müssen. Weniger in der Ausbildung, die sie mit Begeisterung absolviert haben. Aber gerade in der Teenie-Zeit, wenn es wichtig wird, was die Kumpels sagen, gelte es als eher uncool, zur Feuerwehr zu gehen: „Da haben wir uns schon so einiges anhören dürfen – Feuerwehrmann Sam und so“, erinnert sich Brian nur ungern an diese Frotzeleien. Mehr als einmal war es da wieder wichtig, dass ein Bruder für den anderen da war.

Keine Gaffer im Dorf

Auch wenn sie unverkennbar Geschwister sind, bewahrten sie der Vater und ihre Frisuren doch davor, andauernd verwechselt zu werden – „wobei uns das immer noch passiert, wenn sie in den Uniformen und unterm Helm stecken“, schmunzelt Dieter Blotenberg, stellvertretender Leiter der Feuerwehr Fröndenberg.

Der Vater sorgte indes dafür, dass sie als Kinder nicht in denselben Sachen herumlaufen mussten, achtete auch sonst darauf, dass jeder seine Persönlichkeit entwickeln konnte. Und die Frisuren? „Meine Haare sind wegen der Wirbel schon immer nach rechts gefallen und Garvins nach links“, lacht Brian.

Dass die Freiwillige Feuerwehr in Fröndenberg alle Einsätze ausschließlich mit ehrenamtlichen Kräften stemmt, bekamen nach dem Umzug auch die „Fritzis“ zu spüren, wie die Zwillinge aus heute nicht mehr erfindlichen Gründen schon in Hemer gerufen wurden. „Was wir hier schon an Einsätzen hatten, ist mit Hemer nicht vergleichbar“, berichten sie. „Das ist hier ungefähr das Zehnfache!“ Was daran liegt, dass auch Hemer zwar eine Freiwillige Feuerwehr hat, aber auch mit hauptamtlichen Kräften. Und die sind nun mal als erste gefordert, wenn’s ernst wird.

„Da sind wir halt noch Dorf.“

In Fröndenberg sind dagegen ausschließlich Ehrenamtliche unterwegs. „Unser Einsatzaufkommen ist hier viel höher“, berichtet Garvin, spannender sei es in der kleineren Stadt also auf jeden Fall. Dass sie an Einsatzstellen von Gaffern angeschnauzt oder gar attackiert wurden, ist ihnen noch nicht passiert. „Ich bin mir auch sicher, dass so etwas hier nicht vorkommt“, sagt Blotenberg. „Da sind wir halt noch Dorf.“

Und wie stellen sich die beiden ihre berufliche Zukunft vor? Garvin sagt, er wolle auf jeden Fall Berufsfeuerwehrmann werden, sein Zwilling sieht sich eher als Sanitäter im Rettungsdienst. Auf jeden Fall soll es die Feuerwehr bleiben. Wobei das ja wahrlich kein gutbürgerlicher Job mit immer festen Anfangs- und Schlusszeiten ist: Spielt die Freundin da mit? „Also, meine Jasmin will selbst zur Feuerwehr“, grinst Garvin, da sei wenig Ärger zu erwarten. Bei Brian ist das noch nicht so klar, wobei der bisher Glück hatte: „Wenn ich mit ihr zusammen war, ist es draußen immer ruhig geblieben.“

Gelegentlich rücken den Fritzis die Kameraden aus dem Löschzug auf die Bude, um gemeinsam ‘was loszumachen. In Fröndenberg wohnen die beiden gemeinsam – und wieder gilt, dass einer für den anderen da ist. Wie lange noch, entscheiden wohl auch die Freundinnen...

zum Zukunftsrauschen...
Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben