Kommentar

Menschen zu retten ist nie uncool

Fröndenberg.  Nachwuchsprobleme hat die Fröndenberger Freiwillige Feuerwehr nicht, aber das sieht in vielen Kommunen oft anders aus.

Garvin und Brian sind gerade 20 – und doch, dank der Jugendfeuerwehr, schon erfahrene Einsatzkräfte. Sieben Jahre sind die Zwillinge inzwischen dabei, erst in Hemer und jetzt in der Ruhrstadt. Noch immer dürfen sie als Truppmänner nicht bei jedem Einsatz an die vorderste Front, da gehen die noch versierteren und geschulteren Dienstgrade buchstäblich vor. Aber dass die rein ehrenamtliche Fröndenberger Wehr kaum Nachwuchssorgen hat, ist zum einen ihrer vorbildlichen Jugendarbeit zu verdanken – und jungen Leuten wie Garvin und Brian.

Dennoch muss es Sorge bereiten, wenn man ihnen zuhört. Denn wenn es unter Jugendlichen heute wirklich als „uncool“ gilt, zur Feuerwehr zu gehen, dann läuft etwas gefährlich schief. Hier könnten womöglich die Städte in ihrem Marketing gegensteuern und mehr fürs Image ihrer Retter tun. Ansätze dafür gibt es längst, doch die kommen zumeist aus den Wachen und Gerätehäusern selbst. Die Kinderfeuerwehr Menden liefert ein beredtes Beispiel: Kaum wurde sie vor knapp zwei Jahren mit 25 Plätzen eingerichtet, war sie sofort überlaufen, bis heute gibt es eine lange Warteliste.

Noch weiter ging man schon vor vielen Jahren in Iserlohn, wo das Floriansdorf erbaut wurde: eine richtige kleine Stadt mit Rathaus, Bäckerei und allem, was dazugehört. Dort brennt es regelmäßig. Damit die Kinder, die als Feuerwehrleute in Mini-Fahrzeugen zum Brandort eilen, auch am eigenen Leib erleben, wie es ist, Menschen zu retten. Trotzdem müssen immer wieder neue und zeitgemäße Wege gefunden werden, um junge Leute buchstäblich bei der Stange zu halten. Pfiffige Spots im Netz und im TV können ein Weg dorthin sein. Die heutigen kommen bisher eher altbacken daher, hier ließe sich noch einiges tun. Menschen zu retten, darf niemals uncool sein.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben