Sicherheit

Polizeianwärter: "Wir machen doch auch nur unseren Job"

Tom Schumann

Tom Schumann

Foto: Lara Schulte

Hünsborn.   Der Hünsborner Polizeianwärter Tom Schumann wagt einen Blick in die Zukunft. Fokus liegt immer stärker auf Sicherheit. Er klagt über den fehlenden Respekt.

„Was möchtest du mal werden, wenn du groß bist?“ Eine oft gestellte Frage, auf die viele Kinder mit „Polizist“ antworten. Während sich in den allermeisten Fällen der Berufswunsch mit der Zeit ändert, setzt Tom Schumann derzeit alles daran, diesen Traum zu verwirklichen: Denn er ist auf dem besten Weg, Polizist zu werden. Seine Motivation: mehr Sicherheit.

Abi für die Polizei

Vor rund einem Jahr begann der damals 19-jährige Hünsborner sein Duales Studium bei der Polizei. Schon immer wollte er Polizist werden, richtete seine gesamte schulische Laufbahn danach. So wechselte er von der Realschule Olpe auf das St.-Franziskus-Gymnasium, um dort sein Abitur zu machen – eine Voraussetzung für das Duale Studium. Zukunftsorientiert hat Tom Schumann also schon immer gedacht. Was steht ihm jetzt bevor?

Zuerst einmal muss das Duale Studium geschafft werden: „Dieses Jahr habe ich nur Schule und mache keine Praktika“, erzählt Tom, der die Praxis bei der Polizei in Kreuztal absolviert. Aber: „Man muss ja auch die Theorie kennen, immerhin soll ich am Ende eine Bachelor-Arbeit schreiben – dazu sollte ich dann auch etwas wissen.“

Alle Türen offen

Anschließend stehen noch vier Jahre Erstverwendung an. „Und danach stehen einem alle Türen offen“, betont Tom. Es steht ihm frei, für welchen Bereich er sich bewerben möchte. Ob Verkehrspolizei, Kriminalpolizei oder Spezial- und Sondereinheiten. „Ich könnte mir vorstellen, dass ich erstmal weiterhin im Wachdienst bleibe. Das machen wir ja auch bei den Praktika, und es macht total Spaß.“ Dennoch sei er anderen Bereichen nicht abgeneigt: „Vielleicht gehe ich irgendwann zur Kripo.“ Des Berufsrisikos ist er sich durchaus bewusst. „Das muss man sich am Anfang klar machen. Denn es wird kritische Situationen geben. Man muss lernen, damit umzugehen“, sagt Tom.

Mangelnder Respekt

Probleme sieht er allerdings in der Gesellschaft. „Es gibt immer mehr Ausschreitungen gegen Polizisten. Dabei machen wir doch auch nur unseren Job“, erzählt der junge Mann. „Wenn wir jemanden anhalten, weil er während der Fahrt mit dem Handy telefoniert hat, dann werden wir oft beschimpft. Es wäre so viel einfacher, wenn die Leute ihren Fehler zugeben, ohne vorher groß herumzudiskutieren.“

In Situationen wie diesen fällt dem Polizeianwärter immer wieder der mangelnde Respekt vor den Ordnungshütern auf. Erklären kann er sich das Verhalten nicht. Seine Strategie: freundlich sein. „Viele reagieren dann ebenfalls netter.“ Mit dieser Einstellung hofft Tom, sich seine Arbeit etwas zu erleichtern.

Wir werfen einen Blick auf die Zukunft der Polizei: Große Veränderung sieht der Hünsborner da momentan nicht. „Höchstens ein neues Polizeiauto“, grinst er. Doch auch mit höheren Einstellungszahlen sei zu rechnen. Denn die Zahl der Bewerber nimmt zu. Hat das etwas mit der derzeitigen Sicherheitslage zu tun?

Erhöhte Einstellungszahlen

„Natürlich werden Sicherheitsvorkehrungen in Zukunft weiter verschärft“, glaubt Tom Schumann. „Nach Vorfällen wie auf dem Berliner Weihnachtsmarkt vor zwei Jahren wurden die Einstellungszahlen aufgestockt.“

So stieg 2017 die Zahl der Polizeianwärter um weitere 20 Prozent – allein im vergangenen Jahr gingen 11.210 Online-Bewerbungen bei der Polizei ein. Tom Schumann geht von einem weiteren Anstieg aus. Denn er weiß: „Die Polizei wandelt sich permanent.“

zum Zukunftsrauschen...
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