Sicherheit

Polizist Dietmar Aßhauer: „Es ist ein Werteverlust spürbar“

Zukunftsrauschen: Sicherheit in Arnsberg

Der Bezirksbeamte Dietmar Aßhauer spricht über den Beruf des Polizisten in der Zukunft.

Der Bezirksbeamte Dietmar Aßhauer spricht über den Beruf des Polizisten in der Zukunft.

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Polizeihauptkommissar Dietmar Aßhauer aus Neheim.

Polizeihauptkommissar Dietmar Aßhauer aus Neheim.

Foto: Torsten Koch

Neheim.  Als Bezirksdienstbeamter hat Polizeihauptkommissar Dietmar Aßhauer ein offenes Ohr für seine Mitbürger – und Tipps für zukünftige Generationen.

Wenn der silber und blau ­lackierte VW-Bulli vor dem Glockenspiel in der Fußgängerzone parkt, wissen die Neheimer sofort: Ihr Freund und Helfer ist in der ­Nähe.

Im wahrsten Sinne des Wortes, denn Dietmar Aßhauer verkörpert diese Tugenden des Polizeiberufes wie kaum ein anderer ­Ordnungshüter in Arnsberg.

Was nicht etwa heißt, dass der Routinier in Uniform – Aßhauer ist seit 1975 Polizist – jedermanns Kumpel ist: Wer durch die „FuZo“ radelt, womöglich noch mit „in-Ear-Hörern“ im Ohr, erhält ebenso eine klare Ansage wie Mitbürger, die ihren Kaugummi auf dem Gehweg entsorgen. Höflich, aber bestimmt, macht der Polizeihauptkommissar seine Mitmenschen auf kleine Vergehen aufmerksam – und sorgt auf angenehme Weise dafür, dass „große Ganze“ in Takt zu halten, sprich, für ein harmonisches Miteinander zu sorgen.

Von ­Passanten um Rat gebeten

Wie gut ihm das gelingt, wird während eines gemeinsamen „Streif(en)zugs“ im Herzen Neheims deutlich. An fast jeder Ecke wird der – nicht nur wegen seiner Größe von 1,90 Metern – Respekt einflößende Polizist begrüßt, in ein Gespräch verwickelt oder von ­Passanten um Rat gebeten. So, wie es die Aufgabenbeschreibung seines Dienstpostens vorsieht: Dietmar ­Aßhauer ist Bezirksdienst-Beamter, soll „Präsenz im Bezirk zeigen – und zwar anlassunabhängig“, formuliert es der Dienstherr auf Amtsdeutsch.

Wobei: Respekt ist ein gutes Stichwort, denn der ist dem ein oder anderen leider abhanden ge­kommen, nicht nur im Umgang mit Menschen in Uniform: „Es ist ein Werteverlust spürbar“, meint PHK Aßhauer, vor allem mit Blick auf Anstand, Demut, Bescheidenheit.“ Werte, die für das Miteinander aber entscheidend sind, nicht nur in Neheim. Dort versucht Aßhauer, sie so vielen Mitbürgern wie möglich so oft wie nötig zu vermitteln. Kein einfaches Geschäft, denn sein Bezirk umfasst eigentlich die Ortsteile Voßwinkel, Bergheim und Bachum sowie den Totenberg – die „FuZo“ ist erst im Laufe der Jahre hinzugekommen, „mal eben so...“ Elf Bezirksdienstler gab es einst in Arnsberg, inzwischen sind es nur noch sieben, nicht zuletzt angesichts des äußerst umfangreichen Aufgabenkatalogs (er füllt zwei DIN-A-4-Seiten!) viel zu wenig. Doch Ausreden gibt es für den auch nach Jahrzehnten im Dienst noch stets hoch engagierten „Schutzmann“ nicht: „Ich versuche, so oft wie möglich auch in der Innenstadt präsent zu sein“, sagt der Bergheimer – und wird prompt zaghaft „angestupst“:

Auf die Fußgänger Rücksicht nehmen

„Darf ich hier Skateboard fahren?“, fragt ein blondes kleines Mädchen und schaut an dem Hünen hinauf. „Kein Problem“, antwortet der, „wenn du vorsichtig bist und auf die Fußgänger Rücksicht nimmst...“ „Was sagt man?“, ermahnt die Mama. „Danke“, kommt es von unten. „Dafür nicht“, lächelt der Polizeibeamte – es gibt sie doch noch, die von ihm eingeforderte Vorbildfunktion der Erwachsenen... Für ihn selbst ist diese Funktion nicht nur selbstverständlich, sie ist der Auslöser, warum er einst Polizist geworden ist:

„Ich habe mir als Kind immer gewünscht, dass jemand meiner Oma hilft, die Straße zu überqueren“, erinnert sich Aßhauer an seine Kindheit. Da lag es irgendwie nahe, als Polizist solche Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Für ihn bis heute eine Selbstverständlichkeit, für seine Mitmenschen offenbar nicht. Als er kürzlich einer alten Dame zur Seite stand, machte ein Passant ein Foto und postete es auf Facebook. Prompt gab es ruckzuck über 500 Likes!

Ebenso selbstverständlich ist es für ihn, auch dort nach dem Rechten zu sehen, wo sich ungern jemand hin traut. „Angst-Räume gibt es in Neheim“, weiß er aus Erfahrung – und zeigt Präsenz, auch ohne Anlass..

>>>> Nicht nur der nette Schutzmann von nebenan

Dietmar Aßhauer ist nicht nur der „nette Schutzmann von nebenan“, sondern setzt, wenn nötig, auch konsequent die „unbequemen“ Anforderungen seines Dienstpostens durch.

Als Bezirksdienstbeamter umfasst sein umfangreicher Aufgabenkatalog (zwei DIN-A-4-Seiten) u.a. auch Waffenkontrollen, Vollstreckung von Haftbefehlen und Vorführung von Beschuldigten.

Weit und breit einzigartig ist wohl Aßhauers Beitrag zur Verkehrserziehung.

zum Zukunftsrauschen...
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