Arbeit

Praktikum in der Helios-Klinik hat nachhaltig begeistert

Die 18-jährige Lone Winter aus Berghausen studiert Medizin an der Uni Bonn.

Die 18-jährige Lone Winter aus Berghausen studiert Medizin an der Uni Bonn.

Foto: Britta Prasse

Berghausen.  Die 18-jährige Lone aus Berghausen studiert Medizin an der Uni Bonn. OP bei einem Familienmitglied verstärkt ihren Wunsch, Menschen zu helfen.

„Früher habe ich immer in Freundschaftsbücher geschrieben, dass ich später mal ‘Menschenarzt’ werden möchte“, erzählt Lone Winter. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Die 18-Jährige hat in diesem Sommer ihr Abitur am Johannes-Althusius-Gymnasium in Bad Berleburg abgelegt – mit der Traumnote 1,0. Beste Voraussetzungen also für ein Medizinstudium.

Seit Oktober studiert sie Humanmedizin an der Universität Bonn und ist für den neuen Lebensabschnitt auch in die Stadt am Rhein gezogen. 150 Kilometer von ihrer Heimat Berghausen entfernt, das erste Mal auf sich selbst gestellt in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. „Ich freue mich schon auf die Zeit, aber ich bin auch ein bisschen gespannt“, sagt Lone. Weil Familie, Freund und Freunde noch in Wittgenstein sind, möchte sie so gut wie jedes Wochenende nach Berghausen kommen. Ob sie sich nach dem Studium vorstellen könnte, wieder nach Wittgenstein zu ziehen? „Das kann ich jetzt noch nicht sagen“, meint Lone. Das neunwöchige Praktikum in der Helios-Klinik Bad Berleburg habe sie auf jeden Fall nachhaltig begeistert.

Die Motivation

Bereits in der elften Klasse hat Lone ein studienorientiertes Praktikum im Fachbereich Medizin an der Uni in Marburg gemacht. „Das fand ich so cool, dass ich wusste, dass ich das unbedingt machen möchte“, sagt Lone.

Anfangs schwankte sie noch zwischen Human- und Zahnmedizin. Als jedoch ein nahe stehendes Familienmitglied zwingend operiert werden musste, stand für Lone fest: „Ich wollte nicht mehr nur Zähne reparieren, sondern wirklich Menschen helfen.“

Das Interesse

Und Blut, Spritzen und Co. sind kein Problem? „Ich habe da keine Berührungsängste. Papa hat mich früher oft mit zur Jagd genommen und ich habe auch schon selbst Tiere ausgenommen“, so Lone. Beim Praktikum in der Helios-Klinik konnte sie unter anderem bei einer OP in der Unfallchirurgie dabei sein, als Hammer und Meißel zum Einsatz kamen.

Auch zwei Geburten hat sie während ihres Praktikums miterleben dürfen. „Ich kann jetzt noch gar nicht sagen, in welche Richtung ich mich später spezialisieren will. Ich fand alles super interessant“, sagt Lone. In den nächsten 13 Semestern – so lang ist die Regelstudienzeit für Medizin – wird sich das herauskristallisieren. Das erste Semester ist vor allem zum Ankommen, Orientieren und Einordnen vorgesehen. Studium ist eben doch was anderes als Schule. „Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt, dass es viel zum Vor- und Nachbereiten gibt. Aber die ersten drei Tage waren die totale Reizüberflutung“, erzählt Lone.

Die Verbundenheit

Mit ihrer Entscheidung für Bonn ist Lone „richtig zufrieden – weil die Stadt nicht so riesig ist wie Köln und auch relativ grün“. Für sie bedeutete Studienanfang auch gleichzeitig der Auszug von Zuhause. „So richtig weit weg wollte ich allerdings auch nicht“, meint Lone.

Mittlerweile wohnt sie in dem Bonner Stadtteil Poppelsdorf, hier ist auch der Campus für die Naturwissenschaften, an dem Lone die meisten Vorlesungen hat. Mit dem Fahrrad braucht sie gerade mal drei Minuten hierher. Ihr gefällt das Uni-Leben. In den ersten Wochen hat sie schon viele neue Leute kennengelernt – über 300 Studenten haben mit ihr das Medizinstudium in Bonn angefangen.

Und auch das Alleine-Wohnen sei mittlerweile ganz cool. „Trotzdem freue ich mich auch wieder aufs Wochenende und meine Familie.“ Dann sei auch ein bisschen Verwöhnprogramm angesagt. Zum Beispiel in Form von geschnippelten Äpfelchen von Mama.

zum Zukunftsrauschen...
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