Drei-Frage-Fragen

„Wir brauchen mehr Studienplätze an den Unis“

Foto: Ärztekammer Westfalen-Lippe

Kreis Olpe.  Was muss die Politik tun, um dem Hausärzte-Mangel im ländlichen Raum entgegenzuwirken? Wir sprachen mit Klaus Dercks, Pressestelle der Ärztekammer Westfalen-Lippe.

1 Kann man die in Rente gehenden Hausärzte ersetzen?

Klaus Dercks: Sie treffen den Punkt: Der Ersatz ist das Problem. Natürlich gibt es jedes Jahr junge Ärzte und Ärztinnen, die ihre Weiterbildung abschließen. Doch das reicht nicht, um diejenigen zu ersetzen, die in den Ruhestand gehen. Immerhin haben im vergangenen Jahr in Westfalen-Lippe 124 Ärztinnen und Ärzte die Facharztkompetenz „Allgemeinmedizin“ erworben. Das waren zehn mehr als in 2016.

2 Wie lässt sich diese Lücke schließen?

Indem man, sinnbildlich gesprochen, vorne anfängt. Die Zahl der Medizin-Studienplätze muss erhöht werden. Gleichzeitig braucht es für die Auswahl der Bewerber andere Kriterien als die bisherige Konzentration auf den Numerus clausus. Zudem sollte jede Fakultät einen Lehrstuhl für Allgemeinmedizin bekommen. Eine weitere Überlegung geht in die Richtung, dass Fachärzte aus anderen Gebieten als Quereinsteiger in die Allgemeinmedizin gehen. Natürlich nach entsprechenden Weiterbildungsmaßnahmen.

3 Welche Anreize kann man gerade jungen Ärzten geben, in einer ländlichen Region wie dem Kreis Olpe zu arbeiten?

Das Umfeld muss stimmen. Dabei geht es nicht nur darum, dass Interessenten in der Niederlassung eine gute Perspektive finden. Genauso wichtig ist, dass sich die Familie wohlfühlt, der Partner einen Arbeitsplatz hat. Auch der „Klebe-Effekt“ kann helfen: Wer die Region rund um seine Uni im Studium kennen- und schätzen lernt, ist eher bereit, dort später auch zu arbeiten.

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