Kommentar

Zufriedenheit im Alter ist das Ziel

Foto: Krause

Elspe.  Verena Hallermann über das Altern.

Es tut gut, einen Menschen wie Ursula Pfeifer kennenzulernen. Ein Mensch, der mit seinen 90 Jahren sagen kann, dass er rundum zufrieden ist. Das macht Mut. Wie häufig lesen wir aber von Senioren, die wegen ihrer geringen Rente an der Armutsgrenze leben? Wie häufig hören wir von Senioren, die alleine sind. Es sind diese traurigen Geschichten, die zum Nachdenken anregen. Über die eigene Zukunft, das eigene Altern.

Wie wohl die Rente in 30 oder 40 Jahren aussieht? Das kann heute noch keiner genau beantworten. Aber wer nicht jetzt schon zu den Schwerverdienern zählt, wird wohl kaum Grund zur Euphorie haben. Es sind die Prognosen von Experten, die mich zu diesem Schluss kommen lassen. Es sind aber vor allem diese Bilder, die durch die Medien gehen. Von Menschen mit grauen Haaren, die auf der Straße Flaschen sammeln müssen. Eben weil die Rente nicht zum Leben reicht. Diese Bilder lösen Trauer, Mitleid – aber auch Wut und Unverständnis aus. Bleibt zu hoffen, dass diesen alten Menschen, die, die so viele Jahre geschuftet haben, in Zukunft ein besseres Leben bevorsteht.

Umso schöner ist es, mit Menschen wie Ursula Pfeifer zu reden. Eine Frau, die von ihrem Leben im Seniorenheim schwärmt, von der tollen Familie, die sie hat. Von den Kindern und Enkeln, die sie regelmäßig besuchen. Von den tollen Mitarbeitern im Seniorenheim, die ihr das Gefühl geben, in einem Hotel zu leben. Von den vielen kleinen Dingen, für die sie sich begeistern kann. Zufriedenheit im Alter sollte ein Ziel sein, dass man – schon in jungen Jahren – im Blick behalten sollte. Nicht nur die finanziellen Aspekte. Denn wenn man Ursula Pfeifer mit ihren 90 Jahren heute fragt, was sie am meisten vermissen würde, dann ist das die Liebe ihrer Familie.

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