Kiesdebatte

Stadt Hamminkeln will keine Flächen mehr verkaufen

Im Rathaus hat man sich auch Gedanken über die geplanten Auskiesungsflächen gemacht. Die Stadt will keine ihrer eigenen Flächen mehr an die Kiesindustrie verkaufen. Die Kommunalpolitik hat einhellig Zustimmung signalisiert.

Im Rathaus hat man sich auch Gedanken über die geplanten Auskiesungsflächen gemacht. Die Stadt will keine ihrer eigenen Flächen mehr an die Kiesindustrie verkaufen. Die Kommunalpolitik hat einhellig Zustimmung signalisiert.

Foto: Gerd Hermann

Hamminkeln.   So sollen die möglichen Auskiesungsareale für die Industrie möglichst unprofitabel gemacht werden. Am Donnerstag entscheidet der Rat.

Am Freitag Abend trafen sich viele Hamminkelner beim Kies-Gipfel in Lankern, den die CDU organisiert hatte (Bericht folgt). Auch Politik und Verwaltung haben sich mit dem Thema beschäftigt und schon seit längerer Zeit signalisiert, dass sie größerer Ausgrabungsflächen, wie sie der RVR in seinem Regionalplanentwurf in Dingden-Lankern vorsieht, nicht mehr kommentarlos hinnehmen wollen.

Das soll jetzt auch in der Ratssitzung am Donnerstag in eine formalrechtliche Form gegossen werden. Die Stadt stellt den Beschluss zur Abstimmung, keine eigenen Flächen für Auskiesungen mehr zu verkaufen.

Im Ausschuss gab es viel Zustimmung zum Beschluss

Bereits im Haupt- und Finanzausschuss stieß der Vorstoß auf breite Zustimmung. Dr. Dieter Wigger (CDU) sprach von „einem weiteren Baustein, um Kiesabgrabungen einzudämmen“ und berichtete von Gesprächen mit Grundstückseigentümern im betroffenen Bereich, die ihre Flächen der Kiesindustrie ebenfalls nicht zur Verfügung stellen wollen.

Helmut Wisniewski (USD) wetterte: „Die hinterlassen uns nur Wasser.“ Johannes Flaswinkel (Grüne) forderte von den Kiesunternehmen einen verantwortungsbewussteren Umgang mit dem Rohstoff Kies.

Alle hoffen, dass die Privaten Eigentümer mitziehen

Jörg Adam (SPD) verwies allerdings darauf, dass die Weigerung zum Verkauf nur für städtische Grundstücke gelte, nicht für private Eigentümer. Wenn die verkaufen, hat die Stadt keinerlei Handhabe. Aber nichtsdestotrotz sei der Vorstoß ein Schritt in die richtige Richtung. Denn, das war allen Ausschussmitgliedern klar, je kleinteiliger ein potenzielles Abbaugebiet, desto unwirtschaftlicher.

Und die hohen Pachten für landwirtschaftliche Flächen, darauf wies Johannes Flaswinkel noch einmal hin, lassen so manchen Grundstückseigentümer darüber nachdenken, ob eine Verpachtung nicht auch der langfristig wirtschaftlichere Weg sei als ein Verkauf an die Kiesindustrie.

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