Wahrzeichen

Stadt Köln will dem Dom mehr Luft verschaffen

Mehr Platz zum Flanieren rund um den Dom. Die Simulation zeigt den künftigen Blick vom Kurt-Hackenberg-Platz.

Mehr Platz zum Flanieren rund um den Dom. Die Simulation zeigt den künftigen Blick vom Kurt-Hackenberg-Platz.

Foto: Stadt Köln

Köln.   Seit Jahrhunderten ist der Kölner Dom eine Baustelle. Nun wird um das Wahrzeichen der Stadt herum kräftig gebaut. Für 25 Millionen Euro will die Stadt das Umfeld ihres Wahrzeichens komplett erneuern - und attraktiver machen für Besucher. Das wird Jahre dauern.

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Die Umgebung rund um den Kölner Dom gleicht derzeit einer Leistungsschau der Hersteller von Baustellenschildern und –maschinen. An allen Ecken und Enden wird gewerkelt, um das Umfeld der gotischen Kathedrale würdevoller erscheinen zu lassen. Rund 25 Millionen Euro gibt die Stadt Köln dafür aus, die Europäische Union fördert das Projekt mit fünf Millionen Euro, weil der Kölner Dom den Status einer Weltkulturerbestätte hat. Touristen aus aller Welt sollen nicht mehr von einer Betonwüste empfangen werden, die ungemütlich und hässlich daher kommt.

Die Pläne für die Umgestaltung wurden über viele Jahre detailliert ausgearbeitet. Bereits im Jahr 2002 nahm der CDU-Politiker Karl-Jürgen Klipper für das Dom-Umfeld die „Goldene Zitrone“ entgegen – eine „Auszeichnung“, die der örtliche Verkehrsverein für besonders unschöne Orte in der Stadt verleiht. Klipper war damals Vorsitzender des Stadtentwicklungsausschusses im Kölner Stadtrat, und dieses Amt bekleidet er heute noch.

Bei der Preisverleihung vor elf Jahren versprach er, sich um das Problem zu kümmern. „Das ist schon ein besonderes Projekt für mich“, meint der ehrenamtliche Kommunalpolitiker heute: „Hier kann man wirklich sagen: Was lange währt, wird endlich gut. Der Kölner Dom wird künftig noch ein bisschen freier in der Stadt stehen.“

Beschilderung lässt Ratlosigkeit entstehen

Die bisherige Situation zwischen Hauptbahnhof und Dom ist geprägt durch einen funktionalen Baustil der 50er Jahre. Unterführungen leiten den Autoverkehr zwischen den Großbauten her. Für Fußgänger gleichen die Wege im Dunkeln einem Spießrutenlauf. In vielen Ecken riecht es streng, weil die Stadt offenbar mit der Säuberung kaum nachkommt. Angsträume laden nicht zum Passieren, geschweige denn zum Verweilen ein. Für viele Touristen macht Köln so auf den ersten Blick den Eindruck einer schmuddeligen Stadt.

Jetzt haben Bagger und Abrissbirnen das Sagen: Klobige Unterstände aus Beton wurden entfernt, als erstes Zeichen für den gestalterischen Neuanfang rund um den Dom. Durch die eingerichteten Baustellen staut sich immer mal wieder der Autoverkehr, die Beschilderung lässt zuweilen Ratlosigkeit entstehen.

Ortskundige Autofahrer meiden den Bereich lieber. Langfristig macht das sowieso Sinn: Denn für Fußgänger und Radfahrer soll mit den neuen Planungen die „Aufenthaltsqualität“ verbessert werden, die Rede ist von einer „Redimensionierung der bestehenden Kfz-Verkehrsräume“. Das heißt, man wird mit dem Auto schwieriger in direkter Nähe des Doms fahren können. Das ist politisch so gewollt.

Die nächsten Jahre wird um den Dom herum gebaut

Dass die Planungen mehr als ein Jahrzehnt gedauert haben, liegt auch an den Urheberrechten von Architekten. Was inzwischen als ungastlich empfunden wird, war früher eine gelungene Stadtgestaltung. Schon der Bau einer Freitreppe vom Vorplatz des Bahnhofs zum Dom wurde lange diskutiert, bis er endlich realisiert wurde.

„Wir werden auf der Ostseite den Doms in ähnlicher Weise intervenieren“, beschreibt Ratspolitiker Klipper. „Dadurch entsteht mehr Platz für die Dombauhütte, der für Ausstellungen genutzt werden kann.“

Die erste Bauphase soll bis Ende 2014 abgeschlossen werden, erklärt Jörg Kreikebaum vom Planungsamt der Stadt. Als Projektleiter ist er dort zuständig für die umfangreichen Umbauten: Ein Job, der ihn noch viele Jahre beschäftigen wird. Denn im Stadtrat wird gerade über die zweite Bauphase diskutiert, bei der es konkret um die Gestaltung der Tunnel geht. Später wird noch eine dritte Phase der Bauarbeiten folgen, die sich vor allem dem Straßenbau widmet.

Am Ende soll dann ein ehrgeiziges Gesamtkonzept umgesetzt sein, das die wichtigste touristische Visitenkarte Köln in neuem Glanz erscheinen lässt. Bis dahin werden Brunnen versetzt, neue Treppen werden errichtet, die Beleuchtung wird verbessert. Baumaschinen werden also auch in den nächsten Jahren oft das Läuten der Kölner Domglocken übertönen.

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