Demonstrationen

14.000 Menschen stellen sich in Bielefeld Nazi-Demo entgegen

„Nazifreie Zone“: Gegen die Demo der Partei „Die Rechte“ sind in Bielefeld nach Polizeiangaben am Samstag 14.000 Menschen auf die Straße gegangen.

„Nazifreie Zone“: Gegen die Demo der Partei „Die Rechte“ sind in Bielefeld nach Polizeiangaben am Samstag 14.000 Menschen auf die Straße gegangen.

Foto: Fabian Strauch / dpa

Bielefeld.  230 Rechtsextreme haben in Bielefeld für eine inhaftierte Holocaust-Leugnerin demonstriert. Ihnen stellten sich 14.000 Bürger entgegen.

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Tausende Demonstranten sind am Samstag in Bielefeld gegen einen Neonazi-Marsch auf die Straße gegangen. Man habe die rund 230 Teilnehmer aufseiten der Partei „Die Rechte“ und die Beteiligten von insgesamt 14 Gegendemos mit zahlreichen Sperrungen auseinandergehalten, sagte eine Polizeisprecherin. Die Polizei sprach von 14 000 Gegendemonstranten.

Insgesamt wurden 11 Menschen vorübergehend in Gewahrsam genommen. 14 Strafverfahren wurden der Polizei zufolge eingeleitet, unter anderem wegen Verstoßes gegen das Vermummungsverbot.

Rechte marschierte ausgerechnet am Jahrestag der Pogrome auf

Die Rechte hatte ausgerechnet zum 81. Jahrestag der nationalsozialistischen Novemberpogrome zu Ehren einer inhaftierten, mehrfach verurteilten Holocaust-Leugnerin zu einem Marsch durch Bielefeld aufgerufen. Die Polizei war mit rund 1000 Kräften aus ganz Nordrhein-Westfalen vor Ort. Man habe den Rechten Äußerungen untersagt, die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung aufstacheln oder den öffentlichen Frieden stören könnten, und dem Versammlungsleiter eine Liste verbotener Parolen zugestellt.

Gewerkschaften, Kirchen, Verbände und Parteien zeigten unter dem Motto „Faschismus ist keine Meinung, sondern ein Verbrechen“ gemeinsam Flagge gegen die Neonazis. Unter den verschiedenen Gegendemos gab es auch einen Fahrradkorso.

Das Verwaltungsgericht Minden hatte Ende September eine Verfügung des Polizeipräsidiums Bielefeld kassiert, den Aufzug wegen des „historisch belegten Gedenktages“ der Pogromnacht vorzuverlegen. NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte die Versammlung an dem historischen Datum „eine Schande“ genannt und von „purer Provokation rechter Spinner“ gesprochen. (dpa)

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