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Sparkasse Hagen macht die EC-Karte kostenpflichtig

Eine Zweit-Karte für ein Girokonto war bislang schon kostenpflichtig, doch jetzt müssen Sparkassen-Kunden generell für die Karte bezahlen. 9 Euro pro Jahr werden fällig.

Eine Zweit-Karte für ein Girokonto war bislang schon kostenpflichtig, doch jetzt müssen Sparkassen-Kunden generell für die Karte bezahlen. 9 Euro pro Jahr werden fällig.

Foto: Michael Kleinrensing

Hagen.   Mehr als 80.000 Privatkonten in Hagen und Herdecke sind betroffen: Die Sparkasse erhöht die Grundpreise und macht die EC-Karte kostenpflichtig.

Das Schreiben flattert in diesen Tagen in 80.000-facher Ausfertigung in Haushalte in Hagen und Herdecke: Die Sparkasse der beiden Städte kündigt darin Preiserhöhungen für ihre Privat-Giro-Konten an. Wenn auch auf den ersten Blick versteckt, der Betreff lautet: „Erstklassiges Leistungspaket zum fairen Preis.“ Die wohl markanteste Änderung: Die EC-/Sparkassen-Card kostet bald etwas: 9 Euro im Jahr werden fällig.

Wenn die Sparkasse so etwas tut, dann ist gleich nahezu das halbe Hagen betroffen. Insgesamt hat das Kreditinstitut rund 100.000 Konten von Privatkunden – etwa 90.000 in Hagen und 12.000 in Herdecke. Die beliebteste Kontovariante (ca. 40.000 Stück) ist die, bei der Leistungen einzeln abgerechnet werden. Es folgen das Pauschalpreis-Konto (ca. 26.000 Stück), das Online-Konto (20.000 Stück) und das kostenlose Starter-Konto für Schüler und Studenten (17.000 Stück). Außer beim Starter-Konto wird es für alle Sparkassen-Kunden teurer. Im Einzelnen:

Einzelpreis-Konto („Giro Classic“): Der Grundpreis betrug bislang 3,50 Euro im Monat, ab 1. Januar 2019 werden es 4 Euro sein. Für jeden „beleghaften Auftrag“ (z.B. Überweisung in Papierform) wird statt 75 Cent dann 1 Euro berechnet. Jede Buchung auf dem Konto schlägt ab 2019 mit 35 statt 30 Cent zu Buche. Und: Die EC- bzw. Sparkassen-Card kostet 75 Cent im Monat, also 9 Euro im Jahr.

Pauschalpreis-Modell (Giro Comfort): Der Grundpreis wird von 7,50 auf 8,50 Euro erhöht. Überweisungen und Lastschriften sind hier inklusive. Aber künftig schlägt auch die EC-/Sparkassencard mit 9 Euro im Jahr zu Buche.

Reines Online-Konto: Der Grundpreis steigt hier von 3 Euro auf 3,50 Euro im Monat. Wer doch einmal die Filiale nutzt: Überweisungen am Schalter kosten künftig 4 Euro (bislang 3 Euro) pro Vorgang. Und für die Karte werden hier ebenfalls 9 Euro im Jahr fällig.

Kritik aus der Kundschaft

Kündigungen habe es bislang keine gegeben, sehrwohl aber Kritik von Kunden. Das räumt Thorsten Irmer, Sprecher der Sparkasse, ein: „Dass das nicht auf durchgehende Zustimmung bei Kunden stößt, war uns klar.“ Im Jahr 2015 hatte die Sparkasse Hagen zuletzt die Grundpreise erhöht.

Dass jetzt erneut an der Preisschraube gedreht wird, hat zwei Gründe. Zum einen passt man die bisherigen Angebote der früheren Sparkasse Herdecke denen aus Hagen an. Im Zweifel sind dadurch die Auswirkungen für die Herdecker Kunden auch noch größer. Zum anderen ist der Kostendruck angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase weiter groß. Thorsten Irmer sagt: „Mit Geldeinlagen auf Girokonten kann man heute als Bank kein Geld mehr verdienen. Im Gegenteil: Es kostet.“ Eine Quersubvention sei nicht mehr möglich.

Auch die Gebühr für die EC-/Sparkassencard verteidigt Thor­sten Irmer. „Das Leistungsangebot der Karte ist ja stetig gewachsen – etwa durch das kontaktlose Bezahlen oder die Wunsch-PIN.“ Die Kosten hierfür müssten finanziert werden. Mit 14 Geschäftsstellen und einem engen Netz an Beratern biete man zudem in Hagen einen Service wie kein Mitbewerber.

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