Demo-Krawalle

Wie ein Straßenmusiker Hooligans mit "Atemlos" beruhigte

Davide Martello, hier bei einem Auftritt in Ulm, spielte am Sonntag zufällig in Köln und half, die Gemüter der Demonstranten zu beruhigen.

Davide Martello, hier bei einem Auftritt in Ulm, spielte am Sonntag zufällig in Köln und half, die Gemüter der Demonstranten zu beruhigen.

Köln.  Tausende Hooligans ziehen lärmend und randalierend durch Köln. Einsatzkräfte der Polizei werden verletzt, ein Polizei-Bulli umgestoßen. Die Polizei zieht alle Register: Pfefferspray, Schlagstöcke, Wasserwerfer. Ein Straßenmusiker setzt auf Helene Fischer - mit Erfolg.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

"Die freuen sich bestimmt, wenn ich ein paar deutsche Lieder spiele", dachte sich Davide Martello und legte los. Der Straßenmusiker hatte am Sonntagnachmittag auf der Kölner Domplatte an seinem mobilen Flügel gespielt, bis Mitarbeiter des Ordnungsamts ihn von dort vertrieben. "Ich hatte meine Zeit überzogen" erklärt er. Auf dem Weg zu seinem Auto musste er an den demonstrierenden Hooligans vorbei und beschloss spontan, seinen Auftritt fortzusetzen. Angst hatte er nicht. "Ich habe schon auf dem Taksim-Platz in Istanbul und in der Ukraine gespielt", erzählt er.

"Ich habe voll aufgedreht und Helene Fischer gespielt. Und 'Lili Marleen' und 'Über den Wolken'" und dachte, vielleicht kommen die ja vorbei." Und dann kamen sie tatsächlich und waren plötzlich gar nicht mehr so aggressiv. Das fiel sogar der Polizei auf, die sich bei Martello für dessen Spontan-Konzert bedankte. "Einer kam auf mich zu und sagte: Danke, dass sie geholfen haben, die Situation zu beruhigen", erzählt Martello. Das habe er bislang noch nicht erlebt. Auch nicht auf dem Taksim-Platz.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (7) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik