Küstenvögel

Küstenseeschwalben in Nordfriesland locken Touristen

 Eine Küstenseeschwalbe sitzt auf einem Geländer am Eidersperrwerk mit einem kleinen Fisch im Schnabel. Eine Kolonie Küstensee- und Flussseeschwalben lockt zurzeit Vogelliebhaber zum Eidersperrwerk. Küstenseeschwalben päppeln ihren Nachwuchs direkt neben dem Parkplatz des Eidersperrwerks auf.

Eine Küstenseeschwalbe sitzt auf einem Geländer am Eidersperrwerk mit einem kleinen Fisch im Schnabel. Eine Kolonie Küstensee- und Flussseeschwalben lockt zurzeit Vogelliebhaber zum Eidersperrwerk. Küstenseeschwalben päppeln ihren Nachwuchs direkt neben dem Parkplatz des Eidersperrwerks auf.

Foto: Wolfgang Runge/dpa

Wesselburenerkoog.  Küstenseeschwalben brüten seit Jahren am Eidersperrwerk. Sie locken jeden Sommer Vogelliebhaber nach Schleswig-Holstein. Touristen sind nur durch einen mobilen Zaun von den Nistplätzen getrennt. Die Vögel lassen sich von den Menschenmassen nicht stören.

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Eine Kolonie der Küsten- und Flussseeschwalben hat sich das Eidersperrwerk in Nordfriesland für seine Kinderstube ausgesucht. Der weiß-graue Vogel mit der schwarzen Kappe und dem knallroten Schnabel zieht seinen Nachwuchs direkt neben dem Parkplatz von Deutschlands größtem Küstenschutzbauwerk auf. Im vergangenen Jahr wurden rund 220 Paare Küsten- und 150 Paare Flussseeschwalben gezählt», sagte Hendrik Brunckhorst von der Nationalparkverwaltung. In diesem Jahr werde es ähnlich sein.

Aktuelle Zahlen für 2019 gebe es nicht, da die Vögel noch am brüten seien. «Es wandern immer noch Vögel ab beziehungsweise kommen dazu», sagte der Biologe. Die Brutsaison dauert noch bis Ende Juli. «Doch auch im Juli können noch neue Paare landen, die woanders vertrieben wurden - zum Beispiel, wenn ein Fuchs reingeht.»

Der ungewöhnliche Nistplatz in unmittelbarer Nähe einer Touristenattraktion ist mittlerweile selbst ein Anziehungspunkt für Ausflügler, berichtete Nationalpark-Ranger Martin Kühn. Normalerweise suchen die taubengroßen Vögel zum Brüten abgelegene Bereiche - zum Beispiel spärlich bewachsene Inseln, Sanddünen oder Kiesbetten. Für Vogelfreunde sind sie dort nur unter Mühen zu finden.

Am Eidersperrwerk können Besucher die Vögel jedoch problemlos aus wenigen Metern Entfernung beobachten. Nur Hinweisschilder und ein mobiler Zaun grenzen das Terrain ab. «Die Vögel haben kein Problem mit den vielen Menschen, solange die hinter der Barriere bleiben», sagte Brunckhorst. Küstenseeschwalbe und Flussseeschwalbe sehen für Laien sehr ähnlich aus. Sie unterscheiden sich hauptsächlich durch die Schnabel-Farbe und die Länge der Beine beziehungsweise des Schwanzes.

Die Küstenseeschwalbe gilt als Zugvogel mit dem längsten Weg. Einzelne der nicht einmal 200 Gramm schweren Vögel legen jährlich Strecken von bis zu 80 000 Kilometern zurück. Das ist zweimal um die Erde. Dabei nutzen sie auf ihrer Reise die polaren Sommer von Nord- und Südpol so geschickt, dass über ihnen insgesamt acht Monate lang die Sonne scheint. (dpa)

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