Afrika

Madagaskar: Zweitgrößte Insel der Welt ist bitterarm

Der Andasibe-Mantadia Nationalpark auf Madagaskar ist eine Heimat der Lemuren. Der Park zählt zum Weltnaturerbe der Unesco.

Foto: Madagascar ONTM/dpa

Der Andasibe-Mantadia Nationalpark auf Madagaskar ist eine Heimat der Lemuren. Der Park zählt zum Weltnaturerbe der Unesco. Foto: Madagascar ONTM/dpa

Antananarivo. Madagaskar vor der Südostküste Afrikas ist nach Indonesien der zweitgrößte Inselstaat der Welt. In den ursprünglichen Regenwäldern Madagaskars entwickelte sich eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt, die aber bedroht ist. Besonders bekannt sind die Chamäleonarten und die Lemuren aus der Familie der Halbaffen.

Madagaskar hat etwa 24,5 Millionen Einwohner. Viele haben malaiisch-indonesische Wurzeln. Mehr als 60 Prozent sind jünger als 25 Jahre. Mit einem Durchschnittseinkommen von 1.300 US-Dollar pro Jahr gehört Madagaskar zu den ärmsten Ländern der Erde. Vier von fünf Madagassen leben von Fischerei, Land- und Forstwirtschaft, zumeist als Selbstversorger. Im UN-Entwicklungsindex nimmt Madagaskar Platz 154 von 188 Ländern ein.

Entwaldung und Erosion, verstärkt durch die Verwendung von Feuerholz als Brennstoff, erschweren das Leben der ländlichen Bevölkerung. Die schlechte Sicherheitslage ist ein weiteres Problem. Staatliche Institutionen sind schwach, wenn sie jenseits der großen Städte überhaupt vorhanden sind. Nach einem Putsch 2009 hat das Land zwar wieder eine gewählte Regierung, doch lähmen anhaltende politische Konflikte das Land.

Rund 40 Prozent der Bevölkerung sind Christen

Kirchen gehören zu den wenigen über Parteigrenzen anerkannten politischen Vermittlern. Etwa 40 Prozent der Einwohner sind Christen und sieben Prozent Muslime. Rund die Hälfte der Bevölkerung gehört einheimischen Religionsgemeinschaften an.

Madagaskar verfügt über große Rohstoffvorkommen, die aber kaum erschlossen sind. Die wenigen großen Minenprojekte im Land sind wegen Umweltschäden und mutmaßlichen Schmiergeldzahlungen umstritten. Die Textilindustrie, einst ein wichtiger Arbeitgeber, hat sich nach dem Putsch ebensowenig erholt wie der Tourismus. Tropenholz wird ungeachtet eines Handelsverbots vor allem nach Asien verschifft. (epd)

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