Reisetherapeutin im Interview

Mit Abenteuern raus aus der Komfortzone

| Lesedauer: 3 Minuten
Und, wird Ihnen bei dem Anblick schummrig? Etwas Angst sollte ein Abenteuer schon auslösen.

Und, wird Ihnen bei dem Anblick schummrig? Etwas Angst sollte ein Abenteuer schon auslösen.

Foto: Florian Sanktjohanser/dpa-tmn

Schmallenberg (dpa/tmn)  Mountainbike-Touren, Ziplines, Bergsteigen: Es gibt unzählige Reiseerlebnisse, die für Menschen als abenteuerlich durchgehen. Eine Psychologin erklärt, warum es sich lohnt, danach zu suchen.

Woran denken Sie beim Wort Abenteuer: an Adrenalinkicks, an Naturerlebnisse - oder etwas ganz anderes?

Welches das „richtige“ Abenteuer für einen ist, muss am Ende jeder für sich herausfinden, sagt die Reisetherapeutin Christina Miro. Im Interview gibt sie Tipps dafür, beschreibt die positive Wirkung auf das Selbstwertgefühl - und hält als Grundsatz fest: „Eine kleine Angst sollte das Abenteuer schon auslösen.“

Viele Reisende berichten von aufregenden Abenteuerreisen - aber was bedeutet das überhaupt?

Christina Miro: Das bedeutet, dass man sich auf eine aufregende Reise in eine fremde Umgebung begibt, dabei die eigene Komfortzone verlässt und sich dann mit gefährlichen oder risikoreichen Aktivitäten oder Orten konfrontiert.

Man trifft auf Reisen die bewusste Entscheidung, sich selbst herauszufordern und zu schauen, wie weit man kommt, wie man mit dem Ungewissen umgeht und auch mit dem Unbekannten klarkommt.

Was macht eine gute Abenteuerreise aus?

Miro: Für jeden Menschen ist es individuell, was ein Abenteuer ausmacht. Jeder hat verschiedene Bedürfnisse, Ideen und Vorstellungen von einer Reise und auch bestimmte Unsicherheiten und Ängste, die man konfrontieren kann.

Für manche ist es der Sport, wie zum Beispiel eine aufregende Mountainbike-Tour. Für andere sind vielleicht Naturerlebnisse das Richtige, beispielsweise im Amazonas. Es kann auch etwas Leichteres sein, das mit weniger Risiko verbunden ist - etwa eine fremde Kultur kennenzulernen.

Die Reise an sich kann schon ein Abenteuer sein. Das heißt, ganz aus Deutschland rauszukommen und in einer anderen Kultur zu leben.

Ein gewisses Maß an Unsicherheit und Angst gehört dazu. Es geht nicht um die größte Angst, die man hat - das kann auch mal schiefgehen. Aber eine kleine Angst sollte das Abenteuer schon auslösen.

Während eines Abenteuers spürt man auch ein Gefühl von Lebendigkeit und so einen Überlebensdrang. Adrenalin schießt durch den Körper. Viele kommen mit einem gestärkten Selbstwertgefühl von einer Abenteuerreise zurück und haben Selbstvertrauen gewonnen.

Wie kann ich das richtige Abenteuer für mich finden?

Miro: Man kann sich Gedanken machen, was einen interessiert. Natürlich sollte man nichts machen, wo man gar keine Lust drauf hat. Es geht darum zu schauen, welche Ziele man im Leben hat.

Dann gibt es auch verschiedene Orte in bestimmten Ländern, die man bereist, um das Abenteuer zu erleben und die Herausforderung zu bewältigen. Zum Beispiel, wenn man Berge besteigen oder Wassersport machen will. Deswegen im Vorhinein reflektieren: Welche Interessen habe ich? Was möchte ich genau verbessern oder womit will ich mich konfrontieren? Welche Ängste habe ich, die ich bewältigen möchte?

Für das eigene Abenteuer sind die Zutaten eine gewisse Neugierde und die Lust, auch mit Ungewissheit und Unsicherheit umzugehen. Hier kann man überlegen, was man persönlich mit den Gefühlen Freiheit und Lebendigkeit verbindet.

Was für viele auch interessant sein kann, ist alleine zu reisen: Ohne große Hilfe und Unterstützung und ohne sich auf andere verlassen zu müssen, sondern selbstständig das Ganze zu packen.