Managementplan

Neuer Leitfaden für Welterbe Oberes Mittelrheintal

Auch Klettersteige wie der Rabenacksteig stehen im Sommer im Oberen Mittelrheintal auf dem Programm - insgesamt werden jeweils sonntags fast 100 geführte Touren in der Region angeboten.

Auch Klettersteige wie der Rabenacksteig stehen im Sommer im Oberen Mittelrheintal auf dem Programm - insgesamt werden jeweils sonntags fast 100 geführte Touren in der Region angeboten.

Foto: Franziska Gabbert

Mainz.  Das Rheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim ist ein romantisches Welterbe, leidet aber unter Bahnlärm und Bevölkerungsschwund.

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Einer der bekanntesten Flussabschnitte Deutschlands soll zugleich bewahrt und weiterentwickelt werden: Rheinland-Pfalz und Hessen haben die Aktualisierung des Leitfadens für das Welterbe Oberes Mittelrheintal auf den Weg gebracht. Am Dienstag wurde in Mainz ein Vertrag zur Finanzierung der Fortschreibung des ursprünglichen Managementplans von 2001 für das burgengesäumte Flusstal unterzeichnet. Er soll bis Ende 2019 auf 100 bis 150 Seiten und mit einem virtuellen Modell heutige Einzelplanungen bündeln. Das Welterbegebiet erstreckt sich auf 67 Kilometern zwischen Koblenz im Norden und Bingen sowie Rüdesheim im Süden.

Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) teilte mit: «Ich sehe keinen Widerspruch zwischen dem Welterbetitel und den Entwicklungsmöglichkeiten des Mittelrheintals.» Es gelte, die Erhaltung der einzigartigen Landschaft mit der Lösung verschiedener Probleme in Einklang zu bringen. Als Beispiele nannte Lewentz den massiven Bahnlärm, die Abwanderung junger Leute und den teils rückständigen Tourismus im Oberen Mittelrheintal.

Managementpläne werden erst seit 2015 gefordert

Die für den Managementplan vorgesehene Verträglichkeitsstudie zur Kulturlandschaft könne helfen, Projekte wie etwa den Bau der umstrittenen Mittelrheinbrücke nahe dem weltberühmten Loreley-Felsen ohne langfristige Abstimmung mit der Unesco schneller zu bewerten. Der Minister betonte, der Anspruch müsse sein, das Tal von der Bundesliga in die Champions League zu bringen. Ein ideales Instrument für die Fortentwicklung sei eine geplante Bundesgartenschau 2029 oder 2031 im Welterbegebiet.

Die Fortschreibung des Managementplans soll laut Lewentz mit 240.000 Euro zu Buche schlagen. Davon übernehme das Innenministerium von Rheinland-Pfalz 120.000 Euro, der Zweckverband Welterbe Oberes Mittelrheintal 60.000 Euro, das rheinland-pfälzische Kulturministerium 36.000 Euro und das hessische Wirtschaftsministerium 24.000 Euro.

Laut Roland Johst, Referatsleiter im Mainzer Innenministerium, fordert die Unesco erst seit 2015 für jedes Welterbe richtige Managementpläne. Bislang gebe es für das Obere Mittelrheintal verschiedenartige einzelne Konzepte, was teils Missverständnisse verursacht habe: «Das wird jetzt zusammengeführt.» (dpa)

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