Ausflugstipps

Tourtipps für Ruhris - Holland, das Bergische und das Sauerland entdecken

Scheue Schönheit: Auf der Lippe unterwegs bei Olfen.

Scheue Schönheit: Auf der Lippe unterwegs bei Olfen.

Ruhrgebiet.  Nicht nur das Ruhrgebiet selbst, sondern auch seine Umgebung hat einiges zu bieten. Erfahren Sie hier, welche interessanten Orte und Sehenswürdigkeiten Sie schnell und bequem erreichen können - von Holland übers Bergische bis ins Sauerland.

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Im „Ruhrgebiet“ stößt man allerorten auf die Relikte der Montanzeit, die nun, wo dieser Zeitabschnitt seinem Ende entgegen geht, zum Teil originell bis kunstvoll als „Industriekultur“ inszeniert werden. Der Landstrich ist auch eine Region der Konzerthäuser, Theater, Museen, uriger Kneipen und bunter Einkaufsstraßen.

Ja, selbst idyllische Flecken haben sich in dem Ballungsraum erhalten, etwa in Hattingen, Kettwig und Westerholt. An etlichen Plätzen lassen sich Burgen und Schlösser oder deren Überreste bestaunen. Und spätestens seit der Lektüre dieses Wanderführers wissen wir, dass es sogar größere Waldund Kulturflächen gibt, wo es sich herrlich wandern lässt.

Man ist so schnell ganz woanders

Dies alles ändert nichts daran, dass es eng ist im Revier, dass es an Weite fehlt und an unberührter Landschaft. Kohle und Stahl haben Oberfläche und Untergrund des Reviers nachhaltig zerschnitten, durchfurcht und durchlöchert.

Für die zahlreichen Menschen, die im 19. und 20. Jh. ins Revier einströmten, war dies ein selbstverständlich und ohne Murren zu entrichtender Preis für die Verheißung von Arbeit und eines gewissen Maßes an Wohlstand.

Wenn sich wohl die allermeisten „Ruhris“ zu ihrer Region bekennen und dort wohlfühlen, dann hat das aber auch mit den zahllosen und abwechslungsvollen Reizen zu tun, von denen das Revier in allen Himmelsrichtungen umgeben ist.

Das Land zwischen Lippe und Ruhr ist ein schmaler Streifen, den in Nord-Südrichtung zu durchfahren keine 30 Minuten kostet. Von jeder Stelle im Revier ist man also sehr schnell in einer ganz anderen Landschaft.

Wild und Wald satt im Naturpark Hohe Mark

[kein Linktext vorhanden] Im Norden überschneidet sich das „Ruhrgebiet“ mit dem 1040 Quadratkilometer großen Naturpark Hohe Mark, einem der ältesten Naturparke Nordrhein- Westfalens. Von Wesel im Westen bis Datteln und Olfen im Osten erstreckt er sich über 60 Kilometer.

Die größte Nord- Süd-Ausdehnung beträgt von Bottrop bis Velen rund 40 Kilometer. Es handelt sich um einen bunten Flickenteppich von Kulturland, in den weite Waldflächen eingebettet sind.

Die größten darunter sind die Haard, die Hohe Mark, die Üfter Mark, der Dämmerwald und die Kirchheller Heide. Über weite Strecken ist der Naturpark durchflossen von der Lippe, deren Schönheit sich am ehesten aus dem schlanken Rumpf eines Kanadiers genießen lässt.

Mehrere naturnahe Freizeitparks sind beliebte Anziehungspunkte, insbesondere für Familien.

Ganz viel Geschichte und hübsche Geschäfte 

Die nördlichen und östlichen Teile des Naturparks Hohe Mark gehören dem Münsterland zu, ein geradezu unerschöpfliches Terrain für Radler und Liebhaber von Burgen und Schlössern.

Nicht zu vergessen die westfälische Küche sowie die mit Geschichte und schönen Geschäften angefüllte Stadt Münster. Nach Westen zu, wo sich die Lippe in den Rhein ergießt, wartet die Niederrheinische Landschaft mit weiteren attraktiven Zielen. Das Land ist flacher, der Horizont weiter, die Häuser dafür etwas kleiner als anderswo.

Käse und Blumen gibt‘s gleich um die Ecke

Von hier aus ist Holland mit einem Katzensprung zu erreichen, wo man an den Wochenenden in den Läden und auf Camping-Plätzen so manchen Gast aus dem Ruhrgebiet antrifft.

Zwei erstklassige Reiseziele liegen unweit der Grenze bei Arnheim: der „Burgers Zoo“ und der 500 ha große Nationalpark „De Hoge Veluwe“. Umgekehrt schätzen viele Holländer einen Abstecher über die Grenze, um in Essen oder im Oberhausener Konsumtempel „CentrO“ zu shoppen, um vielleich ein Spiel „auf Schalke“ zu erleben.

Im Süden Bäche, Bäume, kleine Berge

Ganz anders wiederum sind die Gegenden südlich des Ruhrgebiets beschaffen. Setzt man sich in Castrop-Rauxel, Wanne- Eickel oder Gelsenkirchen ins Auto, so erreicht man in 15 Autominuten das schöne Ruhrtal, wo Wanderer, Radler und Ausflügler an etlichen Punkten auf ihre Kosten kommen.

Hinter dem südlichen Ruhrufer beginnt das Bergische Land, wo sich zwischen kleinen Berglein die Häuser mit schwarzem Schiefer und grünen Fensterläden schmücken. Gleich daneben grüßt das Sauerland mit Stauseen, weiten Bergwäldern und hübschen Dörfern aus schwarz-weißem Fachwerk.

In den 1950ern und 1960ern war das Sauerland für die Ruhrmenschen geradezu die Urlaubsregion Nummer eins.

Nur kein Mitleid mit den Ruhris

[kein Linktext vorhanden] Das „Ruhrgebiet“ und seine Menschen sind also mit vielem gesegnet, nicht zuletzt mit einer Umgebung, die an Vielfalt ihresgleichen sucht. Die Menschen zwischen Lippe und Ruhr haben das Umland seit jeher nicht nur als selbstverständliche Beigabe empfunden, sondern als dem „Ruhrgebiet“ zugehöriges Vorland, als „grüne Lungen“ des Reviers.

Diese liebevolle Bezeichnung wird freilich dem Umstand nicht gerecht, dass Naturpark Hohe Mark, Münsterland, Niederrhein und Sauerland nicht allein Ausflugsziele für Reviermenschen sind, sondern vollwertige Urlaubsregionen für Menschen aus Nah und Fern.

Mitleid, in einer Industrieregion zu leben, haben die Ruhris jedenfalls nicht nötig. Ganz im Gegenteil. Es gibt manchen Grund, sie um ihren Wohnsitz zu beneiden.

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