NBA-Finals

Golden State Warriors: Das große Drama um Kevin Durant

Der Moment, als Durant realisiert, was passiert ist. Der Superstar hat sich gegen Toronto die Achillessehne gerissen.

Der Moment, als Durant realisiert, was passiert ist. Der Superstar hat sich gegen Toronto die Achillessehne gerissen.

Foto: Kyle Terada / USA Today Sports

Toronto.   Die Golden State Warriors gewinnen Spiel fünf gegen die Toronto Raptors, aber verlieren Durant. Was wird jetzt aus dem Superstar?

Im Moment, als es passierte, bebte Kevin Durants gesamter Unterschenkel. Bei einem Richtungswechsel, den Durant in dieser Form zigfach pro Spiel vornimmt. Doch dieses Mal ging die Aktion schief. Der Basketball-Superstar der Golden State Warriors hat sich schwer an der Achillessehne verletzt. Alles deutet bei dem 30-Jährigen auf einen Riss der Sehne hin.

Das große Drama um Durant trübte an diesem Abend die Stimmung der Warriors. Dabei hatten die Kalifornier in den Finalspielen der NBA eben knapp mit 106:105 gegen die Toronto Raptors gewonnen. „Es war ein schwieriges Spiel“, sagte Teamkollege Klay Thompson, der 26 Punkte erzielte. „Wir haben es für Kevin getan.“ Durch den Erfolg verkürzte Golden State in der Best-of-7-Serie auf 2:3.

Myers und Kerr sind entsetzt

Einen Monat musste Durant wegen einer Wadenverletzung pausieren und zusehen, wie Toronto zwei Auswärtsspiele in Oakland gewinnen konnte. Das Comeback-Spiel des zweimaligen NBA-Champions wurde zum Albtraum. Es dauerte auch nur knapp zwölf Minuten. „Er hat seine Gesundheit aufs Spiel gesetzt. Und wir vermissen ihn wahnsinnig auf dem Parkett“, ergänzte Thompson, der wie Stephen Curry in der Schlussphase der Partie wichtige Drei-Punkte-Würfe traf. „Ich fühle mit KD“, so Curry, mit 31 Zählern bester Werfer auf dem Feld. „Er gab uns, was er konnte, und ich wünsche ihm eine schnelle Genesung.“

General Manager Bob Myers kamen auf der Pressekonferenz nach Spiel fünf sogar die Tränen. Coach Steve Kerr erklärte: „Ich habe dem Team eben gesagt, dass mir die Worte fehlen.“ Auf der einen Seite sei er sehr stolz auf die Mannschaft, auf der anderen „am Boden zerstört wegen Kevin“. „Und daher ist es ein bizarres Gefühl, das wir alle im Moment haben. Ein unglaublicher Sieg und eine schreckliche Niederlage zur selben Zeit.“

Dieser Erfolg stand am Ende noch auf der Kippe. Torontos Aufbauspieler Kyle Lowry hatte die Chance zum Siegtreffer. Sein Dreier aus der Ecke war aber zu kurz. Es war auch der erste Matchball, den die Raptors vergaben. Den nächsten haben sie in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (DAZN), wenn die Serie mit Spiel sechs bei den Warriors weiter geht. Bei einem möglichen Entscheidungsspiel hat Toronto Heimrecht.

Sicher ist, dass Kevin Durant nie wieder in der Oracle Arena in Oakland Basketball spielen wird. Das liegt aber in erster Linie daran, dass sein Klub in eine neue Prunkhalle nach San Francisco zieht. „Wenn ich sehe, wie meine Brüder diesen Sieg holten, war das wie ein Shot Tequila, ich habe ein neues Leben bekommen“, schrieb der MVP von 2014 bei Instagram. Ob er im neuen Leben ein Warriors-Trikot tragen wird, ist aber noch unklar.

Der Vertrag in Oakland läuft aus

Durants Vertrag läuft im Sommer aus, er kann dann mit anderen Klubs frei über sein Gehalt verhandeln. Die New York Knicks, Brooklyn Nets oder Los Angeles Clippers sollen interessiert sein. Oder Durant zieht bei den Warriors seine Spieleroption. Dann würde er sein Arbeitspapier um ein weiteres Jahr verlängern und dafür mit 31,5 Millionen Euro entlohnt werden.

Das schien bis zu seiner Verletzung unwahrscheinlich. Durants Plan soll gewesen sein, das gemachte Star-Nest zu verlassen, und der Basketball-Welt zu zeigen, dass er auch ein schwaches Team zu Titeln führen kann. Doch die Verletzung mit einer möglichen Ausfallzeit von bis zu einem Jahr und Durants üppige Gehaltsvorstellungen von mehreren hundert Millionen Dollar könnten potenzielle Interessenten abschrecken. Und seinen Verbleib in der Bay Area sichern.

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