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Nowitzkis NBA-Pleitenserie mit Dallas Mavericks geht weiter

Dallas' Dirk Nowitzki (links) in Aktion gegen Danilo Gallinari von den Clippers.

Foto: Ringo H.W. Chiu / dpa

Dallas' Dirk Nowitzki (links) in Aktion gegen Danilo Gallinari von den Clippers. Foto: Ringo H.W. Chiu / dpa

Essen.   Dirk Nowitzki hat mit Dallas erst ein Spiel in dieser NBA-Saison gewonnen. Auch Dennis Schröder verlor bislang regelmäßig mit Atlanta.

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Früher nannten sie ihn ehrfurchtsvoll „Dirkules“. Er war „das deutsche Wunderkind“ und der „Dunking Deutschman“. Spitznamen, die von Respekt zollen und die Dirk Nowitzki stets mit einem Lächeln zur Kenntnis nahm. Eine gesunde Portion Selbstironie ist eine der Eigenschaften, die Deutschlands besten Basketballer in den USA so beliebt machen. Vor dem Saisonstart bekam Nowitzki jedoch einen neuen Beinamen.

Ein Beiname, der ebenfalls witzig gemeint war, aber im Zuge der Niederlagenserie der Dallas Mavericks in der nordamerikanischen Profiliga NBA derzeit einen traurigen Beigeschmack erhält. „The big Mummy“ wird Dirk Nowitzki nun genannt – die große Mumie.

Immer wieder hat Nowitzki in den vergangenen Jahren mit seinem Alter kokettiert. 39 Jahre ist der Würzburger mittlerweile alt, längst sind seine Bewegungen nicht mehr so flüssig und explosiv wie zu seinen Blütezeiten. Deshalb hat Darrell Armstrong, Co-Trainer der Mavericks, Nowitzki diesen Beinamen verpasst. Traurig nur, dass Nowitzki und die Mavericks in der 20. NBA-Saison des Deutschen wirklich phasenweise ungelenk wie Mumien über das Parkett schlürfen. Neun Spiele hat Dallas gespielt, acht davon endeten mit einer Niederlage, in der Nacht zu Donnerstag hieß es 98:119 gegen die Los Angeles Clippers. Die Mavericks sind derzeit das schlechteste Team der NBA.

Nowitzki, der letzte Altgediente

Allerdings waren die Texaner auch in den vergangenen Jahren nicht wirklich gut. Klub-Besitzer Marc Cuban weigerte sich lange, eine Verjüngung des Teams einzuleiten und so eine Perspektive für künftige Spielzeiten zu schaffen.

Der überfällige Umbruch findet nun statt, acht Spieler des aktuellen Kaders sind 25 oder jünger. Nowitzki ist der letzte Altgediente. Allerdings ist er auch weiterhin einer der Leistungsträger – und als dieser ist er trotz zuletzt aufstrebender Form mittlerweile zu schwach.

In der Offensive, wo er häufiger auf der ungewohnten Centerposition direkt unter dem Korb spielen muss. Vor allem aber in der Defensive, in der er gegen jüngere und körperlich robustere Gegner wahrhaft alt aussieht.

„Du musst nicht nur defensiv hart spielen, du musst auch vorne hart kämpfen. Das ist etwas, was wir besser machen können“, sagte Nowitzki den „Dallas Morning News“. Das Erreichen der Play-offs scheint für die Mavericks unwahrscheinlich, und ob Nowitzki seinen Vertrag erfüllen und noch eine weitere Saison folgen lassen wird, ist fraglich. Die letzte Aussage des Deutschen zu diesem Thema war optimistisch: „Wenn ich gesund bleibe und gute Spiele habe, hänge ich vielleicht zwei Jahre dran.“

Guter Schröder, schlechte Hawks

Andere Umstände, ähnliche Situation: Dennis Schröder ist derzeit in der Form seines Lebens. Der 24-jährige Braunschweiger ist regelmäßig der beste Korbschütze seines Teams, erzielte in der Nacht zu Donnerstag 25 Punkte. Doch wieder reichte es nicht, Schröders Atlanta Hawks kassierten mit dem 109:119 gegen die Philadelphia 76ers die siebte Pleite in der achten Partie. „Wir sind gar nicht so schlecht, wie alle denken“, hatte Schröder noch während der EM in Israel gesagt, bei der er als bester Spieler des deutschen Teams überzeugte. Zwei Monate später aber ist die Gewissheit da.

Die Falken sind schlecht und große Ambitionen hat in diesem Jahr nur Schröder selbst. Er ist der Star des Teams, und auch wenn er kurz vor dem Saisonstart nach einer Schlägerei kurzzeitig festgenommen wurde, hat er bisher auf dem Platz als Anführer überzeugt.

Der Spitzname des pfeilschnellen Aufbauspielers? Er nennt sich selbst in Anlehnung an seine Trikotnummer „DS17“. Nicht sonderlich originell. Besser als „die Mumie“ aber allemal.

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