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Phoenix Hagen holt 2,11-m-Center Trent Plaisted

Neu bei Phoenix Hagen: Trent Plaisted.

Neu bei Phoenix Hagen: Trent Plaisted.

Foto: imago

Hagen.   Phoenix Hagen hat seinen Kader für die Saison 2016/17 mit Trent Plaisted komplettiert. Der 29-Jährige war zuletzt im litauischen Kleipeda aktiv.

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Bei seinem ersten Auftritt in Hagen spielte er nur eine Nebenrolle. Und sah zu, wie ein Großer am Ischeland Abschied nahm, sein Trikot unters Hallendach gezogen wurde. Am 25. April 2014 verlor Trent Plaisted mit ratiopharm Ulm das Basketball-Duell bei Phoenix Hagen, im Fokus stand der Ausstand von Bundesliga-Rekordspieler Bernd Kruel.

Demnächst will 2,11-m-Mann Plaisted gern häufiger die Hauptrolle spielen: Der 29-jährige US-Amerikaner ist der letzte Phoenix-Zugang für die neue Saison, mit ihm ist der Kader komplett.

„Bei uns hat er die Chance, mehr zu spielen als bei seinen letzten Klubs“, sagte Coach Ingo Freyer nach der Verpflichtung des Centers mit reichlich Europa-Erfahrung: „Das hat uns in die Karten gespielt.“

Einen „Paukenschlag“ hatte Phoenix-Aufsichtsratschef Sven Eklöh zu Wochenbeginn in Aussicht gestellt, die Verpflichtung Plaisteds darf angesichts des schmalen Hagener Budgets als solcher gelten. Der gebürtige Kalifornier wurde nicht nur nach seiner College-Zeit an der Brigham Young University von NBA-Klub Seattle SuperSonics gedrafted und an die Detroit Pistons weitergereicht, auch in den Folgejahren versuchte er in der NBA Summer League immer wieder den Sprung in die Basketball-Eliteklasse.

Mit Adam Hess befreundet

Das klappte nicht, stattdessen machte Plaisted in Europa Karriere, spielte bei Top-Teams wie KK Zadar, Zalgiris Kaunas oder CSP Limoges in nationalen Wettbewerben wie in der EuroLeague. Und eben in der Spielzeit 2013/14 als Start-Center in Ulm – mit 7,8 Punkten und 5,6 Rebounds in im Schnitt 20 Minuten Einsatzzeit -, neben Spielmacher Per Günther und dem vor Jahresfrist nach Hagen zurückgekehrten Adam Hess. Mit dem Deutsch-Amerikaner verbindet ihn seitdem auch eine Freundschaft, Hess dürfte die ihr erstes Kind erwartende Familie Plaisted von den Vorzügen des familiären Standorts Hagen überzeugt haben.

Zweiter Faktor für den Wechsel von seinem letzten Klub Neptunas Kleipeda in Litauen nach Hagen dürfte die absehbare Rolle bei Phoenix sein. „Wir haben schon länger zu Plaisted Kontakt, aber er lag nach dem College schnell über unseren finanziellen Möglichkeiten“, sagt Freyer: „Jetzt konnten wir ihn überzeugen, dass er in Hagen zeigen kann, nicht nur ein guter Rollenspieler zu sein, sondern auch mehr Verantwortung übernehmen zu können.“

Mit seiner Erfahrung soll Plaisted bei Phoenix zu den Führungsspielern gehören, wie im Vorjahr D.J. Covington soll der 2,11-m-Mann dem Team mit seiner Athletik (Freyer: „Das ist seine große Stärke“) helfen. „Er passt sehr gut zu unserem Stil“, ist der Phoenix-Coach überzeugt, Plaisted verfüge über Spielverständnis und sei für einen Center schnell. Freyer: „Wir können unseren Stil variabler gestalten, weil wir unter den Körben gute Optionen haben.“

Phoenix-Trainer Freyer: "Die Mischung stimmt"

Ein Trend, den Phoenix im Vorjahr mit Covington und 2,08-m-Mann Owen Klassen begonnen hat. Die stärksten Spiele zeigte man, als beide fit waren. Nun sieht Freyer den weiterverpflichteten Kanadier Klassen auf der Position vier und Plaisted, bei dem nur die Freiwurfquote (in Ulm knapp über 50 Prozent) als Makel gilt, daneben auf der fünf: „Mit den beiden müssen wir uns von den Körpermaßen her nicht verstecken.“

Auch die Mischung im nun komplett zusammengestellten Kader für die Saison 2016/17 – die Vertragsunterschriften der Doppellizenzler Julian Jasinski und Pascal Zahner-Gothen sieht Freyer nur noch als Formsache – stimme. „Wir haben Spieler, die auf hohem Niveau schon sehr gut gespielt haben“, sagt der Phoenix-Coach, meint damit neben Plaisted auch den neuen Spielmacher Richie Williams. „Und wir gehen eine Menge Risiko mit anderen, die erst beweisen müssen, dass sie in der Liga bestehen können.“ Was auf Yannick Anzuluni, Jeremy Dunbar und Chris Hass zutrifft. Ein Risiko, das sich in sieben Bundesliga-Jahren bei Phoenix bisher nicht selten ausgezahlt hat.

Phoenix-Kader 2016/17

Aufbau: Richie Williams, David Bell, Jonas Grof, Chris Hass, Pascal Zahner-Gothen.

Flügel: Adam Hess, Jeremy Dunbar, Yannick Anzuluni, Julian Jasinski.

Center: Owen Klassen, Trent Plaisted, Marcel Keßen.

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