Basketball

Phoenix Hagen lässt aus dem Nichts eine Halle entstehen

Foto: WP Michael Kleinrensing

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Hagen. In sechs Wochen zur Bundesliga-Arena: Diesen Kraftakt ohne Beispiel stemmen die Basketballer von Phoenix Hagen mit Hilfe von Fans und Sponsoren. Am Freitag prüft die Liga-Spitze, ob der Aufsteiger in Rekordzeit eine spielfähige Arena realisiert hat. Dann ist Hagen endgültig erstklassig.

Im Minutentakt vorbei rollende Lkw im Rücken, das Hämmern eines Metallpresswerks im Ohr - und vor Augen etliche Tennis- und Badmintonfelder des Fitnesscenters „Injoy” in einer alten Industriehalle: Bundesliga-Geschäftsführer Jan Pommer und die Mitglieder seiner Delegation mussten Anfang Mai schon viel Phantasie mitbringen, um sich hinter der Bahnlinie im Hagener Ortsteil Hohenlimburg eine Erstliga-Spielstätte für 3000 Zuschauer vorstellen zu können. Doch die BBL-Verantwortlichen ließen sich auf Überzeugungskraft und Enthusiasmus der Hagener Vereins- und Stadtvertreter ein und gaben Phoenix die Chance, das Projekt zu realisieren. Mit dem höchst ambitionierten Stichtag 31. Juli.

Ehrenamtliche halfen rund um die Uhr

Dann, am Freitag, werden sie ein ganz anderes Szenario in Hohenlimburg erleben. Die gemieteten Stahlrohr-Tribünen für 3035 Besucher stehen auf den zum Schutz des Tennis-Belags verlegten Spanplatten, die blauen Sitzschalen sind installiert. Die Korbanlage - mit neuen Brettern und Ringen versehen - war nach den notwendigen Abrissarbeiten zuvor als erstes aus der Ischelandhalle geholt und unter das Hallendach montiert worden. Es folgte eine Trägerkonstruktion für die aufwändige Licht- und Tontechnik. Darunter ist mittlerweile das mobile Basketball-Feld - von den 2004 ein Jahr in der Bundesliga spielenden Schwelmer Baskets erworben - verlegt worden. Angesichts zahlreicher Beschädigungen an den Parkett-Brettern eine Sisyphusarbeit für etwa 25 Ehrenamtliche, die das letzte Wochenende fast rund um die Uhr in der Halle verbrachten.

Ein großes Puzzle mit mehr als 500 Teilen

Helfer Uwe Schroer, in der Saison als Hallensprecher aktiv, fasst zusammen: „Das ist ein großes Puzzle mit mehr als 500 Teilen.” Eine Beschreibung, die insgesamt auf die nach der Mitte Juni erteilten Baugenehmigung unter enormem Zeitdruck zu erledigenden Arbeiten zutrifft. Neben dem Einsatz der Fachfirmen, viele von ihnen aus dem Kreis der Phoenix-Sponsoren, wird immer wieder die Hilfe der Fans benötigt. Bei der Boden-Verlegung ebenso wie beim Graben eines benötigten Fluchttunnels oder dem Durchbruch für einen neuen Haupteingang.

„Es war ja abzusehen, dass das eine Menge Arbeit wird”, sagt Timo Skupin von den „Supporters Hagen”, „da hatten wir im Vorfeld unsere Hilfe angeboten.” Auch die anderen Fanclubs „Quereinsteiger” und „G-Blocker” beteiligten sich nach Dienstschluss oder am Wochenende nach Kräften. Und Funktionsträger des Erstliga-Aufsteigers - von Aufsichtsrats-Chef Thomas Haensel über Co-Trainer Steven Wriedt und Mannschaftskapitän Matthias Grothe - griffen ebenfalls zu Schaufel oder Presslufthammer. „Ohne Ehrenamtliche würde das hier zusammenbrechen”, ist Andreas Marx deshalb überzeugt, der im Wechsel mit Martin Erlmann die Arbeiten koordiniert.

Spendenumlage und Sachleistungen nötig

Auch Phoenix-Geschäftsführer Oliver Herkelmann („Das Ganze ist ein Höllenaufwand”) räumt ein, dass nur so der geschätzte Kostenrahmen von 350 000 Euro etwa eingehalten werden kann. Ohnehin ist das Injoy-Projekt nur durch die kurzfristige Spendenumlage von 250 000 Euro und zusätzliche Sachleistungen der Sponsoren möglich. Durch aktualisierte Anforderungslisten der BBL werde der Hallenbau zudem stetig teurer.

Eine Woche vor dem Stichtag machten sich Liga-Vertreter in Hohenlimburg ein Bild vom Fortgang der Arbeiten. Anfangs sehr skeptisch, so Marx, habe BBL-Präsident Thomas Braumann später betont, er sei beeindruckt von dem, was die Hagener auf die Beine gestellt haben.

Anzeigentafeln, Scheinwerfer und 24-Sekunden-Uhren

Bis Freitag bleibt aber immer noch viel Arbeit, sind Probleme zu lösen. Anzeigetafeln, Scheinwerfer und 24-Sekunden-Uhren müssen installiert werden und funktionieren, um die Lizenz-Auflagen zu erfüllen. „Wir schaffen das alles”, zeigt sich indes nicht nur Marx überzeugt. Und Hallensprecher Schroer ist sicher: „Das wird ein Vorzeigeprojekt, auf das wir stolz sein können.” Ein Baufest feiert die Phoenix-Familie am Freitag deshalb auf jeden Fall.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (8) Kommentar schreiben