2. Bundesliga

Rekordserie von Phoenix Hagen reißt vor Rekordkulisse

Zum Haareraufen: Jannik Lodders und seine Phoenix-Teamkollegen verloren gegen Ehingen mit 79:81, die Siegesserie ist gerissen.

Zum Haareraufen: Jannik Lodders und seine Phoenix-Teamkollegen verloren gegen Ehingen mit 79:81, die Siegesserie ist gerissen.

Foto: Michael Kleinrensing / Michael Kleinrensing / WP

Hagen  Die Serie von Phoenix Hagen ist gerissen, mit 79:81 unterlag man gegen Ehingen. Nach einer Aufholjagd verpasste Kris Davis den Siegkorb.

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Hagen. Die eindrucksvolle Siegesserie von Phoenix Hagen hatte eine Rekordkulisse angelockt. 2844 Besucher kamen zum Start des Basketball-Zweitligisten ins neue Jahr, so viel waren seit dem Neubeginn in der ProA im September 2017 noch nicht da. Doch die Gastgeber wirkten lange eher gelähmt als beflügelt, das stark aufspielende Team Ehingen Urspring dominierte lange deutlich. Und hätte einen 17-Punkte-Vorsprung in den letzten vier Minuten fast noch verspielt, unerwartet hatte Phoenix noch eine Siegchance. Doch der letzte Wurf von Kris Davis verpasste sein Ziel, die Gäste beendeten mit ihrem 81:79 (45:36)-Erfolg die Hagener Serie nach acht Erfolgen am Stück. „Hochverdient“, befand Phoenix-Geschäftsführer Patrick Seidel, „Ehingen war über 36 Minuten mit und ohne Ball und mit dem Kopf schneller als wir.“

Das neue Jahr begann für Phoenix, wie das alte geendet hatte – zumindest personell. Weder Jasper Günther (Sprunggelenks-Verletzung) noch Dominik Spohr (Schulterzerrung) waren einsatzfähig, die Hagener spielten mit einer schmalen Achter-Rotation. Und gerieten schnell ins Hintertreffen. Rayshawn Simmons und Tim Hasbargen trafen die ersten Ehinger Dreier (5:9), Jonas Grof glich zum 9:9 aus (5. Minute). Es sollte das letzte Mal für die gesamte Partie sein, weil die deutlich wacher und engagierter wirkenden Gäste auch am Brett überlegen waren. Zum 13:22 traf Dominique Uhl (8.), nun lief Phoenix stets hinterher und wirkte offensiv zunehmend ratlos. Marco Hollersbacher – für Spohr wieder in die Startfünf gerückt – traf endlich den ersten Dreier (21:25, 13.), doch schnell setzten sich die Ehinger wieder auf 22:33 (16.) ab. „In der ersten Halbzeit hat uns Ehingen absolut überrannt“, gestand Phoenix-Coach Chris Harris später ein, der nun auf eine Zonendeckung wechselte: „Damit haben wir das Tempo in den Griff bekommen.“ Auf 30:36 (17.) verkürzten die Hagener, doch angeführt vom starken Kevin Yebo nutzten die Gäste das mangelhafte Phoenix-Umschaltspiel und zogen wieder davon.

Und auch gegen die Hagener Zone waren die Ehinger gut vorbereitet, fanden immer wieder ihre freien Dreierschützen. Seger Bonifant und zweimal Tim Hasbargen erhöhten so (40:54, 24.), während Phoenix sich offensiv gegen die aggressive Gäste-Defensive weiter schwer tat. Und beim Rebound deutlich unterlegen war, immer wieder griffen sich Tanner Leissner, Yebo und Co. die Abpraller und sorgten für zweite Wurfchancen. Als Yebo viereinhalb Minuten vor Schluss per Dunking zum 59:76 traf, schien die Entscheidung gefallen, Harris bat zur Auszeit. Und stellte nach längerer Zeit wieder auf Mann-Mann-Verteidigung um, eine Maßnahme, die wirkte. Alex Herrera traf den Korbleger, Kris Davis verkürzte mit seinem ersten – und wenige Sekunden später nach Ballgewinn direkt folgenden – zweiten Dreier zum 67:76, die Arena wurde laut. Und als der Hagener US-Guard 97 Sekunden vor Ende auch den dritten Distanztreffer verwandelte (74:78), war die Siegchance plötzlich greifbar. Vor allem als Davis per Dreipunktspiel das 79:80 erzielte und Yebo unter Druck den Ball ins Aus spielte. Harris nahm die Auszeit für den letzten Angriff, die meisten der 2844 Besucher hofften nun doch auf eine Fortsetzung der Siegesserie, 13 Sekunden blieben Phoenix noch für den entscheidenden Korb. Der Ball ging wieder zu Davis, der für den letzten Wurf auserkoren war – doch dessen Dreier aus der Bedrängnis verpasste das Ziel. „Fast hätten wir das Wunder noch geschafft“, sagte Seidel, räumte aber auch ein: „Man muss anerkennen, wenn der Gegner besser war. Und es war ja klar, dass wir nicht die nächsten 15 Spiele auch gewinnen.“

Phoenix Hagen: Davis (23), Dunbar (7), Hollersbacher (10), Aminu (6), Lodders (4), Grof (13), Baumann, Herrera (16).

Team Ehingen Urspring: Monteroso (7), Bonifant (13), Hasbargen (17), Otto (1), Simmons (13), Leissner (2), Uhl (10), Strangmeyer (5), Yebo (13).

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