Basketball

Strafe gegen Phoenix Hagen wird deutlich reduziert

Den überraschenden Phoenix-Sieg in Tübingen feierten Brandon Jefferson und Moritz Krume, der Owen Klassen 15 Minuten ersetzte.

Den überraschenden Phoenix-Sieg in Tübingen feierten Brandon Jefferson und Moritz Krume, der Owen Klassen 15 Minuten ersetzte.

Foto: imago/Ulmer Imago

Hagen.   Dem sportlich großen Schritt zum Klassenerhalt in Tübingen folgte für Phoenix Hagen ein finanzieller Etappenerfolg: Der Lizenzliga-Ausschuss der Basketball-Bundesliga reduzierte die Geldstrafe von 40 000 Euro auf 10 000 Euro deutlich. Beim Sechspunkte-Abzug bleibt es.

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Dem sportlich großen Schritt zum Klassenerhalt in Tübingen folgte für Phoenix Hagen ein finanzieller Etappenerfolg auf dem Weg zum Verbleib in der Basketball-Bundesliga (BBL): Der Lizenzliga-Ausschuss der Eliteklasse reduzierte die vor anderthalb Wochen verhängte Geldstrafe von 40 000 Euro auf 10 000 Euro deutlich. Die ursprüngliche Sanktion sei „unter Würdigung des sehr großen Engagements der neuen Führungsriege“ und „gerade auch im Hinblick auf die aktuelle wirtschaftliche Situation in Hagen“ modifiziert worden, betonte dessen Vorsitzender Thomas Braumann. Eine Reduzierung der abgezogenen sechs Punkte sei dagegen ausdrücklich nicht in Frage gekommen. Phoenix akzeptiert diese Entscheidung und verzichtet auf den Gang vor das BBL-Schiedsgericht.

Am letzten Donnerstag vor dem Hagener Spiel in Frankfurt hatten Phoenix-Geschäftsführer Peter Brochhagen, Aufsichtsrats-Chef Sven Eklöh und dessen Stellvertreter Ahmet Yilmaz das Gespräch mit Liga-Vertretern in Köln gesucht. Und ganz offensichtlich mit einer offenen Darstellung der aktuellen Situation einen Vertrauensvorschuss erreichen können, was zu einer deutlichen Reduzierung der Geldstrafe und Entgegenkommen bei anderen Auflagen geführt habe. „Die neuen Verantwortlichen von Phoenix Hagen haben deutlich gemacht, dass sie auch weiterhin konsequent und unbeirrt den Weg zur wirtschaftlichen Gesundung beschreiten werden“, attestierte Braumann der Hagener Führungsriege.

Überrascht und „entsetzt“ zeigten sich die Hagener Verantwortlichen von der Auskunft der Liga, dass es gegen Phoenix bereits eine Sanktion aus dem November 2013 wegen des Verstoßes gegen die Mitteilungspflicht aufgrund wesentlicher Veränderungen der wirtschaftlichen Lage gebeben habe. Nach WP-Informationen in Höhe von 10 000 Euro, weil man in der Playoff-Saison 2012/13 statt des geforderten Überschusses in sechsstelliger Höhe ein ebenso hohes Minus erwirtschaftete. „Die Strafe war verbunden mit dem unmissverständlichen Hinweis darauf, dass es bei einer Wiederholung zum Abzug von Wertungspunkten kommen wird“, betonte Brochhagen. Bei der Übergabe der Amtsgeschäfte sei diese Strafe nicht kommuniziert worden, auch nach den jüngst erfolgten BBL-Sanktionen nicht. „Das ist uns nicht bekannt gewesen“, sagte Brochhagen.

„Mit Klub-Gremien abgestimmt“

Vorvorgänger Oliver Herkelmann bestätigte auf WP-Anfrage, dass es damals eine „niedrigschwellige Geldstrafe“ nach der Vorlage des Phoenix-Jahresabschlusses gegeben habe, gegen die man keinen Widerspruch eingelegt habe. „Es war ein wirtschaftlich verkorkstes Jahr“, räumte er ein, Gründe seien notwendige Rückstellungen für Steuernachzahlungen und ein „fettes Minus durch die Play-offs“gewesen. Von möglichen Punktabzügen sei 2013 aber keine Rede gewesen, vielmehr sei ein dreijähriger Sanierungsplan mit der Liga und dem damaligen BBL-Geschäftsführer Jan Pommer vereinbart worden. Mit den Klub-Gremien sei das abgestimmt gewesen, betonte Herkelmann, alle Informationen dazu gebe es bei Phoenix in den Liga-Ordnern. Zudem verwies der Ex-Geschäftsführer ausdrücklich darauf, dass er die Geschäfte bei der alten Phoenix Hagen GmbH und der neuen Basketball Hagen GmbH & Co. KGaA im letzten Sommer an Christian Stockmann übergeben habe. Dessen Nachfolger wiederum iin der neuen Gesellschaft seit Mitte Dezember Brochhagen.

Dessen Blick gilt nun der für den 12. Mai angekündigten Entscheidung über die Lizenz für die neue Saison, die Phoenix in der letzten Woche wie alle übrigen Erstligisten und die Zweitliga-Aufstiegsaspiranten Rasta Vechta, Science City Jena, Gladiators Trier und Hamburg Towers beantragt hat. „Es ist eine Herkulesaufgabe, die wir gerade lösen müssen“, sagte Brochhagen, zeigte sich angesichts der positiven Resonanz im Umfeld aber zuversichtlich: „Man sieht, was passiert, wenn Phoenix am Abgrund steht.“

Sportlich ist der Verein davon durch den Coup in Tübingen und die anderen Ergebnisse des 30. Spieltags ein gutes Stück abgerückt. Ein weiterer Sieg aus den verbleibenden drei Heimspielen gegen Ludwigsburg (Freitag, 20.30 Uhr), Göttingen (Sonntag, 15 Uhr) und Schlusslicht Crailsheim (1. Mai), das die Hagener schon jetzt nicht mehr einholen kann, würde sicher zum Klassenerhalt reichen. Und auch wenn Phoenix dreimal verlieren sollte, müssten sämtliche Tabellennachbarn Tübingen, Göttingen, Bremerhaven und Mitteldeutscher BC jeweils den Großteil ihrer verbleibenden Partien gewinnen, um das Team von Trainer Ingo Freyer noch in Gefahr zu bringen.

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