Kommentar

Ein Niedergang in Raten bei der SG Wattenscheid

Trainer Farat Toku von der SG Wattenscheid 09

Trainer Farat Toku von der SG Wattenscheid 09

Foto: Michael Gohl

Essen.  Wattenscheid braucht intelligente Konzepte sowie finanziell potente und solide Investitionen statt endloser Querelen. Ein Kommentar.

Ältere Fußball-Fans werden sich noch erinnern: Vor 26 Jahren schlug die SG Wattenscheid in der Fußball-Bundesliga den FC Bayern München mit 2:0. Die Bilanz der Wattenscheider in acht Bundesligaduellen gegen die Münchener: zwei Siege, drei Unentschieden, drei Niederlagen. Auch wenn 1993 25.000 Zuschauer in der Lohrheide verbal alles dafür taten, um den Bayern die Lederhosen auszuziehen, mit den Besucher-Einnahmen allein war auch damals schon Bundesligafußball nicht zu finanzieren.

Einst half das Geld eines Patriarchen

Klaus Steilmann sorgte für das fehlende Geld. Der Textilunternehmer war ein patriarchalischer Gönner. Mit seiner Kohle stiegen die Fußballer in die Bundesliga auf, die Leichtathleten des TV Wattenscheid 01 waren die Nummer eins in Deutschland und Leroy Sanés Mutter, Regina Weber, hätte ohne seine Unterstützung bei Olympia 1984 nicht Bronze in der Rhythmischen Gymnastik gewonnen.

Gehen in Wattenscheid die Lichter aus?

Ohne Steilmann ging nichts. Und so verlief der Abstieg des Wattenscheider Sports – mit Ausnahme der Leichtathleten – parallel zum wirtschaftlichen Zerfall des Steilmannschen Mode-Imperiums. Auch wenn sich verschiedenste Vorstände in der Zeit nach Steilmann bemühten, weiterhin guten Fußball zu präsentieren, war der Niedergang in Raten nicht aufzuhalten. Intelligente Konzepte sowie finanziell potente und solide Investitionen statt endlose Querelen sind jetzt nötig. Ansonsten gehen in Wattenscheid endgültig die Lichter aus.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben