Eishockey

6:8 nach 6:2 – EV Duisburg blamiert sich im Ruhr-Derby

Das 6:2 von André Huebscher beschloss das erste Drittel – und war der letzte EVD-Treffer des Abends.

Das 6:2 von André Huebscher beschloss das erste Drittel – und war der letzte EVD-Treffer des Abends.

Foto: Udo Gottschalk

Duisburg.  Auch nach dem erneuten Trainerwechsel kriegen die Füchse nicht die Kurve. Moskitos übernehmen ab dem zweiten Drittel das Kommando.

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Es ist kalt. Eine Viruswelle grassiert – und offenbar kann dieser Virus schnell überspringen. So hatten die Moskitos Essen vor dem Spiel beim EV Duisburg via Facebook verkündet, dass viele Spieler angeschlagen sind, aber nur Dennis Thielsch, immerhin Essens bester deutscher Punktesammler, ausfalle. So führten die Füchse schnell mit 3:0, dann 5:1 und 6:2. Als es nach 20 Minuten allerdings 6:6 stand, ließen die EVD-Fans ihrem Unmut freien Lauf. Denn so indisponiert die Essener zunächst waren, so völlig von der Rolle präsentierten sich die Duisburger in den zweiten 20 Minuten. Die wacklige Verteidigung hatte keinen Zugriff mehr auf Spiel und Gegner. Die Peinlichkeit war in der Schlussphase perfekt: Die Füchse vergeigten die Partie mit 6:8 (6:2, 0:4, 0:2).

3:0 nach nicht einmal fünf Minuten

Ein Handicap hatten die Moskitos gleich zu Beginn. Sebastian Staudt, Essens bärenstarker Torhüter, war zwar dabei, saß aber zunächst nur auf der Bank. So ging der junge Enrico Salvarani zwischen die Pfosten – und hatte einen schweren Stand. Lars Grözinger, Raphael Joly, noch mal Grözinger – nach nicht einmal fünf Minuten lagen die Hausherren mit 3:0 vorne. Der erste Warnschuss folgte allerdings schon in der achten Minute: Kyle DeCoste, die Essener Krankenversicherung an diesem Abend, traf völlig unbedrängt zum 1:3.

Die Sorge darüber wurde zunächst kaschiert, weil Grözinger innerhalb von 21 Sekunden den Drei-Tore-Abstand wieder herstellte. Nun kam Staudt für Salvarani ins Essener Tor, doch auch er kassierte flugs das erste Gegentor: Marco Habermann in der zwölften Minute zum 5:1 – das sollte es doch gewesen sein! Dieser Gedanke schlich sich offenbar in die Köpfe der Füchse. So verkürzte DeCoste auf 2:5, doch noch vor der Pause stellte André Huebscher den Spielstand auf 6:2.

Schmitz scheidet früh aus

Was soll da anbrennen? Die Antwort: eine ganze Menge. Denn der EVD kam viel zu lässig aus der Kabine. So nutzte DeCoste bei seinem dritten Tor an diesem Abend seinen eigenen Abpraller und Andrej Bires verkürzte nur Sekunden später zum 4:6. Keine drei Minuten waren in diesem Drittel gespielt – und die spielerische Leichtigkeit der Gastgeber war futsch. Um es kurz zu machen: Essen glich noch im zweiten Drittel zum 6:6 aus; erst stellte Dominik Ochmann in Überzahl den Anschluss her, in der letzten Minute des Abschnitts war Julien Pelletier erfolgreich. Die Duisburger Verteidigung lief so ungeordnet hin und her, dass sie es den Moskitos leicht machten – viel zu leicht. Bei Ende des Drittels stand Mike Schmitz bereits nicht mehr für die Gastgeber auf dem Eis. Im Zuge einer Auseinandersetzung mit Denis Fominych hatte er sich eine blutige Lippe eingehandelt und konnte nicht mehr weiter mitmischen.

In den letzten 20 Minuten war das, was das Pyka-Team anbot, nur noch schlechtes Freestyle-Eishockey. Eine Überzahlsituation verpuffte ohne jede Wirkung – während die Essener die Wende im Spiel perfekt machten. Julien Pelletier (52.) und Dominik Lascheit bestraften die Duisburger Unzulänglichkeiten. Ein verdientes Pfeifkonzert war die Quittung.

Am Sonntag geht es für die Füchse nun um 19 Uhr mit dem Spiel bei den Hannover Indians weiter. Da sollten irgendwie drei Punkte eingefahren werden, denn so viele Zähler beträgt nach der Derbypleite auch nur noch der Vorsprung auf Essen – und die Moskitos haben noch zwei Spiele mehr in der Hinterhand als der EVD. Schwer genug wird das Vorhaben in Niedersachsen aber bekanntlich, denn die Duisburger haben in dieser Saison weder bei den Indians noch bei den Scorpions bislang gewinnen können.

Tore: 1:0 (3:17) Grözinger (Clemens, Nägele), 2:0 (3:39) Joly (Huebscher), 3:0 (4:47) Grözinger (Joly/5-4), 3:1 (7:31) DeCoste (Fiedler), 4:1 (7:52) Grözinger (Cespiva), 5:1 (11:45) Habermann (Krämer), 5:2 (17:39) DeCoste (Fiedler/5-4), 6:2 (18:12) Huebscher (Joly), 6:3 (21:40) DeCoste (Pelletier), 6:4 (22:25) Bires (Gauch), 6:5 (35:21) Ochmann (Bires/5-4), 6:6 (39:25) Pelletier (Fiedler), 6:7 (51:17) Pelletier (Granz, Fiedler), 6:8 (54:47) Lascheit (Ochmann). Strafen: Duisburg 14, Essen 12. Zuschauer: 1466.

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