Eishockey

Party nicht nur im Sonderzug nach Roosters-Sieg in München

Die Roosters lassen sich in München von ihren Fans feiern.

Die Roosters lassen sich in München von ihren Fans feiern.

München.  Sensation in München: Mit 2:1 gewannen die Iserlohn Roosters ihr Spiel beim EHC RB. Warum sie die Fans im Sonderzug trotzdem alleine ließen.

Die Abfahrtszeit des Sonderzuges zurück nach Iserlohn? Sie war den rund 800 Fans der Roosters in diesem Moment vollkommen egal. „Ohne Mannschaft fahr’n wir nicht nach Haus’“, sangen sie inbrünstig, schwenkten ihre Fahnen und wedelten mit ihren Schals. Minutenlang schallte dieses Lied aus dem noch proppevollen Gästeblock, während sich die restlichen Tribünen der Eishalle in München ziemlich zügig geleert hatten.

Mit 2:1 (2:0, 0:1, 0:0) hatten die Iserlohn Roosters in der Deutschen Eishockey Liga sensationell beim amtierenden Deutschen Meister EHC RB München gewonnen – und als die Mannschaft zurück auf die Eisfläche kehrte, ging die Jubelorgie in die nächste Runde.

„Die Fans sind genauso happy wie wir“, sagte Roosters-Torwart Mathias Lange später. Er hatte das Sechs-Punkte-Wochenende – nach dem 3:1-Heimsieg am Freitag gegen die Augsburger Panther – nicht nur mit einer Parade 30 Sekunden vor Schluss gegen den Ex-Iserlohner Michael Wolf gerettet. Auch zuvor erwies sich Lange als (fast) unüberwindbar. Einzig Keith Aucoin gelang während einer Überzahlsituation der 1:2-Anschlusstreffer für die Gastgeber (31. Minute).

Nicht zu viele Strafzeiten

Dass die Roosters zu diesem Zeitpunkt bereits mit 2:0 in Führung lagen, verdankten sie einerseits ihrer taktischen Disziplin, andererseits ihrem Kampfgeist gepaart mit spielerischer Klasse. Jason Jaspers war in der 5. Minute gedankenschnell zur Stelle und staubte zum 1:0 ab. Wie Jack Combs sich fünf Minuten später erst gegen zwei Münchner durchsetzte, um anschließend mit einem Querpass Chris Brown brillant in Position zu bringen, sorgte für riesengroße Euphorie bei den Roosters-Fans. Brown hatte keine Mühe, das 2:0 zu erzielen.

„Das erste Drittel war ausschlaggebend“, sagte Mathias Lange über den im Kampf um die Play-offs so wichtigen Auswärtssieg. Roosters-Trainer Rob Daum lobte: „Wir haben unsere Konterchancen genutzt und nicht zu viele Strafzeiten genommen.“ Das war sein Plan – und der ging gegen die Star-Truppe aus München perfekt auf. „Jeder Sieg ist extrem wichtig auf dem langen, harten Weg in die Play-offs“, sagte Rob Daum noch.

Keine Rückfahrt im Sonderzug

Die Fans sangen derweil schon „Irgendwann, irgendwann einmal, werden wir am Ende oben steh’n“. Für diesen Traum nahmen sie es auch in Kauf, dass sie die Rückfahrt im Sonderzug erstmals seit langer Zeit ohne Mannschaft antreten mussten. „In Anbetracht unserer Personalsituation, unserem Kampf um die Playoffs und der Tatsache, dass wir bereits am Donnerstag zum nächsten Spiel nach Berlin müssen, haben wir uns entschieden, diesmal auf die Zugreise zu verzichten“, hatten die Roosters-Bosse um Wolfgang Brück am Sonntag mitgeteilt.

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