Eishockey

Turnbull stört die Heimpremiere der Iserlohn Roosters

Im   ersten Heimspiel der Saison verloren die Iserlohn Roosters gegen die  Straubing Tigers nach Penaltyschießen.

Im ersten Heimspiel der Saison verloren die Iserlohn Roosters gegen die Straubing Tigers nach Penaltyschießen.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Der Ex-Iserlohner Travis Turnbull trifft mit dem letzten Penalty zum Sieg der Straubing Tigers am Seilersee. Für die Roosters gab es Applaus.

Ausgerechnet Travis Turnbull! Der Ex-Rooster verhinderte mit seinem finalen Penalty eine erfolgreiche Heimpremiere der Iserlohner. Doch die enttäuschten ihr Publikum nicht, sie zeigten viel Engagement und hatten sich den Punkt allemal verdient. Und so schlecht liest sich die Wochenendbilanz der neuen Mannschaft ja auch nicht.


Iserlohn Roosters - Straubing Tigers 2:3 (0:0, 2:1, 0:1) n. P. Prächtige Stimmung prägte das erste Heimspiel vom ersten Bully an, der Auftaktsieg in Köln hatte bei den Fans einen kleinen Euphorieschub ausgelöst. Doch wie es sich am Seilersee anfühlt, wenn die Halle voll und der Dezibelpegel in die Höhe schnellt, war den Tigers weitgehend geläufiger als den vielen neuen Roosters-Akteuren. Die wirkten etwas gehemmt, so dass die Gäste das Heft in der Hand hielten. Die Tigers waren präsenter, entwickelten mehr Zug zum Tor, zwangen den insgesamt sehr sicheren Anthony Peters zunächst aber nur selten zum Eingreifen.

Ein Klasseangriff beschert den Roosters die Führung

Iserlohns Defensive arbeitete umsichtig, nur entwickelte sich daraus noch kein planvoller Aufbau. Als Brody Sutter den ersten echten Torschuss abgab, waren schon sechs Minuten gespielt. Mehr Dynamik und Zielstrebigkeit bekamen die Aktionen der Hausherren mit dem ersten Powerplay. Hoeffel und Halmo besaßen gute Möglichkeiten, und auch wenn der Erfolg ausblieb: Es war unschwer festzustellen, dass die Mannschaft einen Plan für’s Überzahlspiel hat und Einschussmöglichkeiten nicht dem Zufall überlassen möchte.

Die beste Gelegenheit zur Führung verbuchte jedoch Michael Clarke, der nach einem Straubinger Scheibenverlust beherzt Maß nahm und den Pfosten traf (13.). Wenig später besaß Bobby Raymond eine ähnlich gute Position, aber er verzog. Das zweite Drittel begannen die Sauerländer in Unterzahl, und sie dürften konkrete Vorstellungen gehabt haben, wie dieses schadlos zu überstehen war. Doch sie gestatteten dem Ex-Kollegen Travis Turnbull den ausgelassenen Torjubel, weil niemand ihn attackierte und Peters auch nichts mehr ausrichten konnte. Danach verdiente sich Straubing aber die Führung. Die Mannschaft attackierte früh und konsequent, und Iserlohn fiel wenig ein, um sich brauchbare Positionen zum Abschluss zu erarbeiten.

Vielleicht kam die kurze schöpferische Pause im Powerbreak gerade recht, denn unmittelbar danach funkte es. Petan bediente den frei stehenden Alexej Dmitriev, der zog sofort ab und traf (29.). Das Erfolgserlebnis beflügelte die Roosters, die nachlegen wollten. Aber Straubing ließ sich von einem Gegentreffer so leicht nicht aus der Reserve locken und beschäftigte Anthony Peters zur Genüge. Wichtig war in dieser Phase, dass die Hausherren in Bedrängnis stets hellwach waren und sich so manchen Rebound holten.

Und dann servierten sie den Fans einen Leckerbissen, den man sich gern noch mal in der Wiederholung angeschaut hätte. Petan und Dmitriev bereiteten vor, Brett Findlay hatte sich frei gelaufen und vollendetet den sehenswerten Spielzug (36.). Das ging blitzschnell und wirkte wie aus dem Lehrbuch. Wie schon in Köln gingen die Roosters mit einer knappen Führung in den Schlussabschnitt, und sie besaßen in der Anfangsphase gute Gelegenheiten, mit dem dritten Treffer in Richtung Heimsieg zu steuern. Einmal lag die Scheibe auch im Netz, doch regulär war es nicht, wie der Videobeweis den Unparteiischen bestätigte.

Beide Team kämpfen bis zuletzt um das Siegtor

Ohne Ansage dann der Straubinger Ausgleich, als Ziegler im Powerplay den verdutzen Peters mit einem Glücksschuss überwand. Auch den Roosters boten sich in Überzahl noch gute Chancen, ehe es ins packende Finish ging. Beide Mannschaften wollten den Sieg, die Tigers waren ganz am Ende etwas näher dran, aber Iserlohn verteidigte mit Bravour und sicherte sich die Overtime. In der passierte nichts - Penaltyschießen. Da traf nur Michael Clarke, und das reichte nicht zum zweiten Sieg im zweiten Spiel.

Als die Roosters vom Eis gingen, gab es wohlwollenden Applaus von den Rängen. Enttäuscht hatte die Mannschaft nicht. Der Einsatz stimmte, und bis die Automatismen unter Wettkampfbedingungen greifen, dauert es eben noch ein wenig.

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