FC Bayern

FC Bayern ist zum siebten Mal in Folge Deutscher Meister

Der FC Bayern hat die Meisterschale - in der ersten Reihe (v. l.): Arjen Robben, Rafinha, Franck Ribéry und Kapitän Manuel Neuer.

Der FC Bayern hat die Meisterschale - in der ersten Reihe (v. l.): Arjen Robben, Rafinha, Franck Ribéry und Kapitän Manuel Neuer.

Foto: dpa

München.  Bayern München hat den Vorsprung ins Ziel gebracht: Die Münchener besiegten Eintracht Frankfurt mit 5:1 und sind erneut Deutscher Meister!

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Der Mann mit dem markanten Glatzkopf kannte kein Halten mehr: Arjen Robben sprintete, wie man ihn verletzungsbedingt schon lange nicht mehr hatte sprinten sehen – und rutschte dann auf Knien in Richtung Eckfahne: Eben hatte er das 5:1 für den FC Bayern gegen Eintracht Frankfurt erzielt, in seinem letzten Heimspiel für die Bayern. Ein so deutlicher wie verdienter 5:1 (1:0)-Sieg, ein würdevoller Abschied für einen verdienten Helden – und dann noch die siebte Deutsche Meisterschaft in Folge: Von ganz wenigen Spielminuten abgesehen geriet der Nachmittag in München zu einer einzigen Party in Rot.

Schon vor Anpfiff war es emotional hergegangen, als Robben ebenso wie Franck Ribéry und Rafinha verabschiedet wurde und noch einmal daran erinnert wurde, wie viele Erfolge der jüngeren Vergangenheit Ribéry und Robben wesentlich mitzuverantworten hatten.

In der Startelf aber standen sie nicht, Trainer Niko Kovac setzte auf das Personal der vergangenen Woche – und auf volle Offensive. Hinter dem Stürmer Robert Lewandowski bot er die Angreifer Kingsley Coman, Serge Gnabry und Thomas Müller auf, und das machte sich schnell bezahlt: Nach gerade einmal vier Minuten spielten die Münchener schnell und präzise nach vorne, Lewandwoski legte ab auf Müller, der bediente Coman – und der schob den Ball freistehend an Eintracht-Torhüter Kevin Trapp vorbei zum 1:0 ins Tor.

Und während die Anhänger schon sangen „Deutscher Meister wird nur der FCB“, drängten die Spieler auf den nächsten Treffer: David Alaba schoss aus 20 Metern, Trapp klärte zur Ecke. Den anschließenden Eckball köpfte Lewandwoski über das Gehäuse (9.). Robert Lewandowski tankte sich in den Strafraum, scheiterte aber an Trapp (13.).

Die Frankfurter hatten dem einen einzigen harmlosen Distanzschuss durch Jonathan de Guzman entgegenzusetzen (12.). Und auch wenn die Bayern das ganz hohe Tempo der Anfangsphase nicht aufrechterhalten konnten, blieben sie doch tonangebend: Coman köpfte knapp vorbei (26.), dann traf Gnabry von der Strafraumgrenze zur vermeintlichen Vorentscheidung (26.). Doch Video-Assistent Frank Willenborg hatte in der Entstehung eine knappe Abseitsstellung von Lewandowski bemerkt, weshalb der Treffer nicht zählte.

Das allerdings beeindruckte die Hausherren nicht sonderlich, sie machten weiter Druck: Eine Hereingabe von Coman spitzelte de Guzman an die eigene Latte (31.), Müllers versuch aus spitzem Winkel wehrte der glänzend aufgelegte Trapp ab (32.). Wenig später schoss Gnabry knapp vorbei (33.).

Dann aber die erste schlechte Nachricht des Tages für den Spitzenreiter: Der starke Leon Goretzka musste verletzt vom Platz, es kam Ricardo Sanches – und damit ging den Münchenern die absolute Dominanz im Mittelfeld verloren (37.). So ging es trotz absurd einseitiger Partie mit der knappsten aller Führungen in die Pause – in der die Bayern-Fans ihren umstrittenen Trainer mit „Niko Kovac“-Sprechchören feierten.

Weil die Frankfurter zu diesem Zeitpunkt auf Platz acht abgerutscht waren, mussten sie das Risiko erhöhen: Mittelstürmer Sébastien Haller kam für die Defensivkraft de Guzman – und war gleich mittendrin: David Abraham lenkte einen Eckball an die Latte und der eben eingewechselte Stürmer staubte aus kurzer Distanz zum 1:1 ab (51.). Die unvermutet zurückgekehrte Spannung währte ganze zwei Minuten: Dann schoss Müller, Trapp ließ prallen – und David Alaba schob zum 2:1 ein (53.). Und der Jubel war noch nicht lange verklungen, da verschaffte sich Sanches links im Strafraum mit einem Haken Platz und traf vom Fünf-Meter-Eck zum 3:1 (58.) – die Entscheidung im Spiel und im Meisterschaftskampf. Und so hatte Kovac die Gelegenheit, den alten Helden Ribéry und Robben einen würdevollen Abschied zu ermöglichen, den Ribéry zu einem ganz besonderen machte: Von links dribbelte er in den Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen und löffelte den Ball über den herausstürzenden Trapp hinweg zum 4:1 ins Tor (72.).

Und dann kam die 78. Minute, kam Lewandowskis Lupfer auf Alaba, dessen Querpass – und das Tor für Robben. Und es wäre fast noch kitschiger geworden, doch Trapp rettete kurze Zeit später mit der Fußspitze gegen den erneut völlig freistehenden Niederländer (82.). Zu feiern gab es dennoch genug für den Anhang, auch der umstrittene Kovac, um dessen Ablösung es auch in den vergangenen Tagen viele Spekulationen gab, wurde mit langgezogenen Sprechchören bedacht. Zumindest für diesen einen Spieltag waren sie alle im Reinen mit sich beim zuletzt nicht immer ganz so ruhigen FC Bayern.

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