Kommentar

Fußball im Fernsehen: Noch immer ein teurer Spaß

Fußball-Übertragung über Streaming-Dienste: DAZN übernimmt von Eurosport

Fußball-Übertragung über Streaming-Dienste: DAZN übernimmt von Eurosport

Foto: dpa

Essen.  DAZN wird zum größten Anbieter in Sachen Live-Übertragungen in Deutschland. Für den Sportfan wird das nicht zwingend günstiger. Ein Kommentar.

Fußball ist schon lange ein teurer Sport, zumindest für Fernsehzuschauer. Wer alle Spiele der Bundesliga, der Champions- und der Europa League live sehen wollte, der musste bisher Abos der Bezahlsender Sky, Eurosport und DAZN abschließen. Nun reichen Sky und DAZN, das Abo-Wirrwarr wird kleiner. Teuer bleibt der Spaß trotzdem, und eine wirklich bahnbrechende Meldung dürfte die Bundesliga-Kooperation von DAZN und Eurosport nur für beinharte Fußballfans sein. Denn mal ehrlich: Viele der Spiele am Freitag und Montag zählten in der vergangenen Saison nicht gerade zu den Höhepunkten der Woche.

Auch Sportarten im Schatten des Fußballs

Interessanter ist der Deal mit Blick auf andere Sportarten im Schatten des Fußballs: Drei von vier Grand-Slam-Turnieren im Tennis, eine umfassende Olympiaberichterstattung, die kompletten Etappen der Tour de France – es gibt zumindest für jene Sportfans, die Eurosport nicht länger über Kabel und Satellit empfangen, einen zusätzlichen Anreiz, zum Streamingdienst aus München zu wechseln.

Und dort könnte sich wirklich Bahnbrechendes entwickeln: DAZN ist nun Deutschlands größter Anbieter von Live-Sport-Bildern, und das nach gerade einmal drei Jahren auf dem Markt. Die Ziele des Ablegers des britischen Medienunternehmens Perform Group sind groß, die finanziellen Möglichkeiten durch den Milliardär Leonard Blavatnik noch größer.

Die Mitbewerber müssen sich noch mehr strecken

Fernziel vor drei Jahren war es schon, die Nummer eins in Sachen Fußball-Streaming zu werden. Ein nicht unrealistisches Ziel, zumindest lässt sich erahnen, dass ARD und ZDF keine Chance haben werden und sich der jetzige Bundesliga-Hauptrechte-Inhaber Sky noch mehr strecken muss, wenn bald die Bundesliga-Rechte ab der Saison 2021/22 vergeben werden. DAZN macht ernst. Sicher ist nur: Fußball wird ein teurer Sport bleiben. Für Anbieter – und Kunden.

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