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Lewandowski über Hamann: "Was soll ich über ihn sagen? Lieber nichts“

Robert Lewandowski.

Robert Lewandowski.

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München.  Robert Lewandowski hatte beim 3:0 über Schalke mit seinem Treffer großen Anteil am Sieg. Doch nicht nur der Sky-Experte findet kritische Worte.

Der Mann, der so scharf kritisiert wurde, hatte auch beim 3:1-Sieg des FC Bayern München gegen den FC Schalke 04 seine Extraklasse unter Beweis gestellt. Ein Tor hatte Robert Lewandowski selbst erzielt, an den beiden weiteren Treffern des deutschen Rekordmeisters gegen unterlegene Schalker war der Stürmer beteiligt. Seine Bilanz in dieser Saison: 29 Pflichtspiele, 25 Tore, zehn Torvorlagen – nie war die Quote des 30-Jährigen besser.

Und trotzdem musste er sich in den vergangenen Tagen ganz schön was anhören. Sky-Experte Dietmar Hamann, der in vier Dienstjahren als Spieler des FC Bayern übrigens weniger Spiele absolviert als Lewandowski schon Tore für den Klub erzielt hat, hatte nach der 1:3-Niederlage der Bayern vor einer Woche bei Bayer Leverkusen deutliche Worte gefunden: „Seine Theatralik, sein Abwinken, sein zum Teil lustloses Verhalten auf dem Platz. Ich glaube, es ist offensichtlich, dass er ein Einzelgänger ist.“ Hamann setzte im TV verbal sogar noch einmal nach: „Als Stürmer bei Bayern München musst du auch einen Wert für die Mannschaft haben, wenn du keine Tore erzielst. Das ist für mich im Moment nicht gegeben. Ich glaube, dass er auch in der Mannschaft nicht allzu viele Freunde hat oder zum Teil umstritten ist.“

"Diese dummen Sachen musst du einfach wegschmeißen"

Nach dem Spiel an diesem Samstag gegen Schalke war Lewandowski tatsächlich für einen Moment ein Einzelgänger. Seine Hände hatte der Pole nach getaner Arbeit tief in den Taschen seiner Trainingshose vergraben und ein süffisantes, ein zufriedenes Lächeln aufgesetzt, als er aus der Kabine kam und an den wartenden Journalisten vorbei in Richtung Ausgang der Allianz-Arena lief. Auf die Aussage von Hamann angesprochen, sagte Lewandowski: „Ich habe das nicht gehört und es interessiert mich eigentlich auch nicht. Diese dummen Sachen musst du einfach wegschmeißen. Was soll ich über ihn sagen? Lieber nichts…“

Dafür hatte Bayerns Sportdirektor Hasan Salihamidzic etwas zu sagen. Über Lewandowski, vor allem aber über Hamann: „Wenn einer ihn kritisiert, so wie Didi Hamann es getan hat, kann man es nicht stehen lassen. Ich glaube auch, dass das keine Kritik ist, sondern eine Kampagne gegen ihn. Ich glaube nicht, dass Robert Lewandowski für Bayern München ein Problem ist. Didi Hamann ist ein Problem für Sky. Über einen solchen Spieler kann man nicht solche Worte verlieren, das ist ahnungslos.“ Salihamidzic ergänzte: „Lothar Matthäus, ein Sky-Experte, der wirklich Ahnung hat, hat Lewy in den höchsten Tönen gelobt.“

Hoeneß schlägt kritischere Töne an

Lewandowski in den höchsten Tönen zu loben, war offenbar auch Salihamidzic am Samstag noch einmal ein Bedürfnis. „Ich muss Robert Lewandowski hervorheben in einer guten Mannschaft, weil er einfach ein Leader ist, der vorweg läuft. Er ist unser Topscorer und einer der besten Stürmer der Welt“, sagte der 42-Jährige.

Bayerns Präsident Uli Hoeneß war nach dem Sieg gegen Schalke nicht ganz so euphorisch. „Wenn er eine super Leistung gezeigt hätte, hätte er vier Tore gemacht“, sagte er über Lewandowski.

Bayern auch dank Lewandowski wieder näher an Dortmund

Unstrittig ist, dass Lewandowski, gegen Schalke sogar Kapitän der Bayern, mit einer starken Leistung großen Anteil daran hat, dass der amtierende Deutsche Meister wieder im Rennen um die diesjährige Meisterschaft ist. Weil Borussia Dortmund eine 3:0-Führung nicht über die Zeit brachte und gegen die TSG Hoffenheim 3:3 spielte, sind die Bayern durch den Sieg auf fünf Punkte an den BVB herangerückt. Bayerns Linksverteidiger David Alaba sagte: „Sicher wollen wir Druck auf Dortmund aufbauen und versuchen, da noch ranzukommen.“ Nationalspieler Joshua Kimmich stimmte zu: „Sieben Punkte sind etwas ganz anderes als fünf Punkte. Das sind sozusagen nur noch zwei Ausrutscher. Sieben Punkte wären drei Ausrutscher. Wichtig ist, dass wir bei jedem weiteren Fehler da sind.“

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