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Löw: Sané-Wechsel zu Bayern wäre "keine Verschlechterung"

Foto: Getty

München.  "Robbery" verabschieden sich aus München, doch mit Leroy Sane könnte ein prominenter Nachfolger kommen. Auch der Bundestrainer hat sich geäußert.

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Das Wappen von Manchester City auf dem übergroßen Tattoo-Selbstbildnis auf seinem Rücken ließ sich Leroy Sane bereits im Sommerurlaub vor zwei Jahren übermalen. Gut möglich, dass der deutsche Fußball-Nationalspieler in seinen Ferien diesmal ein bisschen rote Farbe ergänzen lässt. "Wir beschäftigen uns mit der Personalie", sagte Präsident Uli Hoeneß von Bayern München der Süddeutschen Zeitung über Sane, der vor dem DFB-Pokalfinale des Rekordmeisters am Samstag (20.00 Uhr/ARD und Sky) gegen RB Leipzig plötzlich Gesprächsthema Nummer eins ist. "Wir werden es versuchen", bestätigte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge einen Tag später in Berlin. Aber: "Ob es gelingt, kann ich nicht versprechen."

Rummengge: Sané-Plan schon vor drei Jahren

Die Bayern hatten Sané offenbar schon vor drei Jahren auf dem Zettel. "Wir hatten eigentlich schon mal die Idee, als er noch bei Schalke war. Aber damals hatten wir keine garantierte Stammplatz-Position für ihn. Robben und Ribéry waren vor drei Jahren noch top of the top", sagte Rummenigge.

Selbst Bundestrainer Joachim Löw äußerte sich am Freitag dazu, er hätte nichts gegen diesen Transfer-Coup. Bayern München sei "immer eine gute Adresse" und "sicher keine Verschlechterung für ihn", sagte Löw bei einem Event der Bild-Zeitung in Berlin.

Persönlich habe er noch nicht mit seinem Schützling gesprochen, sagte der Bundestrainer, erinnerte aber daran, dass sich Sané in Manchester "immer sehr, sehr wohl gefühlt" habe. In der abgelaufenen Saison kam der Ex-Schalker unter Trainer Pep Guardiola seltener zum Einsatz.

Bierhoff zweifelt an Rückkehr Sanés in die Bundesliga

DFB-Direktor Oliver Bierhoff zweifelte an der Intention Sanés, wieder in der Bundesliga spielen zu wollen: "Ob jetzt der unbedingte Wunsch, nach Deutschland zurückzukehren, da ist, glaube ich jetzt weniger."

Als prominenter Erbe der Klub-Legenden Franck Ribery und Arjen Robben, die in Berlin ihr letztes Pflichtspiel für die Münchner bestreiten, könnte Sane zur Königspersonalie des bayerischen Umbruchs werden. Dieser, hatte Hoeneß am Rande der Meisterfeier gesagt, werde weiter "vorangetrieben. Wir werden nicht aufhören, die Mannschaft zu verändern." Sportdirektor Hasan Salihamidzic werde nach dem Pokalfinale "wieder aktiv werden" und "Fakten schaffen". Auch bei Sane?

Ist Guardiola bereit, Sané ziehen zu lassen?

Laut kicker haben die Bayern bereits Kontakt zur Familie des 23-Jährigen aufgenommen, die den Sohn berät. "Wir hoffen, dass Leroy bleibt", hatte City-Teammanager Pep Guardiola nach dem FA-Cup-Sieg am vergangenen Wochenende gesagt, "aber wenn er nicht will, will er nicht". Will Sane weg? Zumindest weigert er sich laut Guardiola "seit eineinhalb Jahren", seinen 2021 auslaufenden Vertrag zu verlängern.

Angesprochen auf das mögliche Münchner Interesse meinte der frühere Bayern-Coach, der noch immer guten Kontakt zu Hoeneß pflegt, es sei "nicht an der Zeit, über Hypothetisches zu sprechen". Doch es wird längst konkret. Laut Times hat Guardiola einem Verkauf zugestimmt.

Sane musste in der abgelaufenen Saison auch nach starken Auftritten erkennen, dass Guardiola trotz öffentlichen Lobes ("Leroy ist ein besonderer Spieler") in den wichtigen Spielen auf andere setzt. In Raheem Sterling, Bernardo Silva und Riyad Mahrez hat er starke Konkurrenz, zudem zweifelt der stets fordernde Guardiola an Sanes taktischer Disziplin. "Ich verlange sehr viel von ihm und manchmal kritisiere ich ihn auch", sagte er, "nicht nur bei Aktionen mit dem Ball - auch ohne."

In England heißt es, City stehe wegen des Financial Fair Play unter Verkaufsdruck. Zumal Guardiola unbedingt das portugiesische Jahrhunderttalent Joao Felix (Ausstiegsklausel: 120 Millionen Euro) verpflichten wolle. Da kämen die Sane-Millionen gerade recht. Dessen Marktwert wird auf 100 Millionen Euro taxiert.

"Sind nicht bei Monopoly"

Hoeneß ("Wir sind hier nicht bei Monopoly") hatte in der vergangenen Woche betont, dass die Bayern mit den 80 Millionen Euro, die sie für Weltmeister Lucas Hernandez an Atletico Madrid bezahlen, "eine Grenze erreicht" hätten. Mittelfeldmann Rodrigo, der ebenfalls von Atletico kommen könnte, fiele mit festgeschriebenen 70 Millionen darunter. Und Sane? Es sei zu klären, "wie viel Geld zur Verfügung steht", sagte Salihamidzic über weitere potenzielle Zugänge.

Zu diesen wird weiterhin Leipzigs Timo Werner gerechnet. Schließlich soll am Ende der Transferoffensive nach einer holprigen Saison wieder die gewohnt erdrückende Münchner Dominanz stehen. "Ich bin ziemlich sicher, dass wir, wenn wir die neue Mannschaft entwickelt haben, wieder früher Meister werden", sagte Hoeneß.

Sollten die Bayern Sané aus seinem bis 2021 laufenden Vertrag beim englischen Meister herauskaufen, wäre dies nach Lucas Hernández (Atlético Madrid/80 Millionen Euro) und Benjamin Pavard (VfB Stuttgart/35) die dritte teure Verpflichtung der Münchner im Sommer. (dpa/sid)

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