34. Spieltag

Pleite in Mainz: Nagelsmann und Hoffenheim verpassen Europa

Mainz-Keeper Robin Zentner vereitelt eine Hoffenheimer Chance.

Mainz-Keeper Robin Zentner vereitelt eine Hoffenheimer Chance.

Foto: dpa

Mainz  Der FSV Mainz 05 feiert überschwänglich sein Saisonfinale und vermasselt den Hoffenheimern die Europacup-Teilnahme. Noch lange nach Schlusspfiff steht die Mannschaft auf dem Platz, während die Gäste zum 13. Mal in dieser Saison nach einer Führung nicht gewinnen.

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Julian Nagelsmann ging noch ein letztes Mal in die Kurve der 3000 mitgereisten Fans, dann verschwand er mit langem Gesicht in der Kabine.

Für die TSG 1899 Hoffenheim sind zum Abschied ihres Cheftrainers am Samstag alle Europa-League-Hoffnungen geplatzt. Am letzten Bundesliga-Spieltag gingen die Kraichgauer mit 2:4 (2:0) beim FSV Mainz 05 unter und fielen auf den neunten Tabellenplatz zurück. "Die Enttäuschung ist schon riesig. Ich glaube, das Spiel heute ist Sinnbild der ganzen Saison", sagte Nagelsmann.

"Wir sind alle total geknickt und traurig, dass wir es nicht geschafft haben - auch für Julian, für uns, für den Verein", meinte Torhüter Oliver Baumann. "Er hat uns auf ein anderes Niveau gehoben und hätte es definitiv verdient gehabt."

Vor 28.305 Zuschauern in der Opel Arena trafen Ishak Belfodil (12. Minute) und Andrej Kramaric (34.) mit seinem 17. Saisontor zunächst für die Gäste, die nach der Ampel-Karte für Christoph Baumgartner über eine Halbzeit lang zu zehnt spielten. Auch in dieser Partie sorgte der Videobeweis noch einmal für Aufregung, am Ende aber feierten die Mainzer ausgelassen einen überzeugenden Sieg. Sie beendeten eine Saison ohne Abstiegssorgen als Zwölfter.

Daniel Brosinski verkürzte für die Rheinhessen per Foulelfmeter nach Videobeweis auf 1:2 (66.). Dem viel umjubelten Treffer von Jean-Paul Boëtius in der 75. Minute zum Ausgleich verweigerte Schiedsrichter Deniz Aytekin nach Betrachtung der TV-Bilder die Anerkennung - wegen Handspiels. Doch Boëtius traf in der 83. und 90. noch doppelt und verwandelte die Opel Arena in ein Tollhaus, ehe Jean-Philippe Mateta (90.+4) sogar noch auf 4:2 erhöhte.

Damit verabschiedete sich Nagelsmann ohne Teilnahme am internationalen Geschäft zu RB Leipzig, nachdem sein Club zuletzt noch in der Champions League spielte. In den letzten vier Spielen holten die Hoffenheimer einen einzigen Punkt und schmierten daher in der Tabelle ab.

Nagelsmann setzte im offensiven Mittelfeld auf den erst 19 Jahre jungen Baumgartner. Der langjährige Kapitän Niko Bungert stand im letzten Spiel seiner Karriere in der Mainzer Startelf und war gleich mächtig gefordert gegen angriffsfreudige Gäste. Die Taktik, auf Konter zu lauern, wäre bei den Gastgebern bereits nach zehn Minuten beinahe aufgegangen: Mateta versetzte TSG-Kapitän Kevin Vogt, schoss aber am Tor vorbei.

Besser machte es Belfodil: Der Algerier traf sehenswert in den rechten Torwinkel und rannte danach erstmal jubelnd auf Nagelsmann zu. Für den später verletzt ausgeschiedenen Belfodil war es bereits der 16. Saisontreffer. Intern übertrumpft wurde er nur von Kramaric: Der kroatische WM-Zweite düpierte mit einem Freistoß zum 2:0 dann FSV-Keeper Robin Zentner.

Für Baumgartner endete sein Startelf-Debüt abrupt: Der Österreicher sah in der 41. Minute Gelb-Rot, nachdem er völlig unnötig gegen Torhüter Zentner noch nachtrat. "Einfach dämlich" bezeichnete Nagelsmann später die beiden Karten für seinen Youngster. Mit einem Gewitter und stürmischen Mainzer Angriffsversuchen begann die zweite hälfte.

Nach einem Zweikampf zwischen Florian Grillitsch und Latza entschied Referee Aytekin nach Blick auf den TV-Schirm am Spielfeldrand auf Strafstoß, den Brosinski sicher verwandelte. Hoffenheim bekam nur noch wenig Konstruktives zustande und musste erstmal froh sein, dass das 2:2 durch Boëtius keine Anerkennung fand. In der Schlussphase gingen die Gäste dann aber unter. "Es ist grundsätzlich für den neuen Trainer eine bessere Situation als wenn wir Siebter geworden wären mit dem Tingeln durch Europa", erklärte Nagelsmann mit Blick auf die Qualifikationsmühle in der Europa League, die seinem niederländischen Nachfolger Alfred Schreuder erspart bleibt.

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